27
der Staub, Sand etc. bleibt auf der Platte bb liegen; es fällt keineSpur davon in die Kapelle.
Bei der Verdampfung von Flüssigkeiten im Wasserbad in ge-wogenen Platintiegeln oder Schalen vermeide man, wo es nur an-geht, die Berührung mit Kupfer- oder Glasringen. Am besten sindPorzellanringe. In Fällen, in welchem der Tiegel kleiner als derEing ist, benutzt man einen Platinkonus mit breitem Rand undabgeschnittener Spitze (Fig. 16), den man in den King hängt, undstellt den Tiegel in den Konus (Fig. 16 a).
Ich verwende hiezu einen dicken Messingkonus, der innen miteinem dünnen Platinblech ausgekleidet ist.
Viele Substanzen haben die Eigenschaft, beim Verdampfen überdie Ränder des Tiegels oder der Schale zu „kriechen", wobei leichtVerluste eintreten; ebenso tritt bisweilen starkos Stoßen ein, manch-mal derart, daß der ganze Inhalt des Tiegels herausgeschleudertwird (vgl. die Bestimmung der Borsäure nach Gooch). Diese beidenErscheinungen kann man leicht wie folgt verhindern:
Man stelle den auf höchstens *L gefüllten Tiegel in diezylindrisch gewundene Zinn- oder Messingspirale k k (Fig. 17).
i 1
Fig. 17.
Die ersten zwei Windungen der Metallspirale legen sich dicht andie Wandungen dos Tiegels oberhalb der Flüssigkeit, dieübrigen Windungen berühren den Tiegel nicht. Leitetman nun bei a Wasserdampf ein,so findet die Wärmezufuhr haupt-sächlich von oben nach untenstatt, wodurch das Stoßen sicherVermieden wird, und dadurch, daß
Fig. 18.
n = Asbestring.b = Asbesttcller.
während des ganzen Eindampfens
heiß gehalten wird, kann ein
Uberkriechen der Substanz nicht stattfinden. Auf diese Weise kann
man Alkohol, ohne daß er ins Sieden gerat, rasch eindampfen.
Handelt es sich um die Verdampfung von hochsiedendenFlüssigkeiten, wie konzentrierte Schwefelsäure, Amylalkohol etc.,so erhitzt man sie entweder sorgfältig über freier Flamme, indemman letztere fortwährend unter dem Tiegel hin und her bewegt,