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Ich will noch erwähnen, daß bei der Ausführung der Silber-bestimmung nach der Volhard sehen Methode genau so wie bei derGay-Lussacschen Methode (vgl. S. 531) geschildert, verfahrenwurde, d. h. man ging stets von 1000 Teilen Silber aus, fällte dieHauptmenge des Silbers mit 100 cem empirisch-normaler Rhodan-kaliumlösung und beendete die Titration mit der Zehntel-Norm alrho-dankaliumlösung.
Der Verbrauch an Rhodankalium ist stets zu groß. Es scheint.nacb den Versuchen von C. Hoitsema, ') daß das frisch gefällteSilberrhodanat die Fähigkeit besitzt, erhebliche Mengen Kaliumrho-danat zu absorbieren.
3. Bestimmung des Chlors.
a) Nach Volhard.
1000 cem V 10 n. AgNO g -Lö 8 ung= 1 / 10 Ol. — 3-545 g Chlor.
Man versetzt die Lösung des Chlorids mit einem Überschussean x / 10 n. Silberlösung und titriert den Überschuß des Silbers, naehZusatz von Eisenammoniumalaun und Salpetersäure, mit Ehodan-kaliumlösung zurück. Aus dem Verbrauche des Silbers berechnet sichdas Chlor.
b) Nach Fr. Mohr.
Versetzt man die neutrale Lösung eines Alkali- oder Erd-alkalichlorids mit einigen Tropfen neutraler Kalinmchromatlösung -und läßt dann Silberlösung zufließen, so entsteht an der Einfalls-stelle eine rote Fällung von Silberchromat, die beim Einrührensofort verschwindet, weil sich das Silberchromat mit dem Alkali-chlorid zu Silberchlorid und Alkalichromat umsetzt :
Ag 2 Cr0 4 -f 2 NaCl = 2 AgCl -f- Na.,CrU t .
Ist aber alles Chlor in Chlorsilber übergeführt, so erzeugt dernächste Tropfen Silberlösung eine bleibende rötliche Färbung derFlüssigkeit. Für geringe Chlormengen in konzentrierter Lösungliefert diese Methode sehr scharfe Resultate. Ist dagegen die zutitrierende Flüssigkeitsmenge sehr groß, so sind die Kesultate nichtsehr scharf. In allen Fällen muß man durch einen blinden Versuchermitteln, wieviel von der Silberlösung erforderlich ist, um die roteNuance zu erzeugen und die so gefundene Menge von der eigentlichenProbe in Abzug bringen.
») Zeitschr. f. ang-ew. Ch. (1904), S. 647.
2 ) Lunge empfiehlt Natriumarseniat als Indikator zu verwenden, wassehr zu empfehlen ist, da der Umschlag' von farblos in braun sehr leichtwahrgenommen wird.