434
1
Nun läßt man die Flasche 2 Tage lang stehen, damit sich derNiederschlag von Baryumkarbonat vollständig absetzt, hebert dieklare überstehende Lösung in die Vorratsflasche, durch welche manzuvor 2 Stunden lang einen kohlonsäurofreien ') Luftstrom geleitethat und verbindet die Flasche, wie in Fig. 78 ersichtlich, sofortmit einem Natronkalkrohre und mit der Bürette. Zur Titerstellungmißt man 50 ccm 1 / 10 n. Salzsäure in einen Erlenmeyerkolben ab,titriert unter Zusatz von Phenolphtalein mit dem Barytwasser undberechnet aus dem Resultat den Faktor der Lösung, den man aufdie Etikette schreibt. Die Barytlösung mit Wasser zu verdünnenist nicbt zu empfehlen, weil dadurch leicht Kohlensäure zugeführtwerden kann, wobei die Lösung trüb wird.
Alkalinietrie.1. Bestimmung; von Alkalihydroxyden.
Regel: Ist die zu untersuchende Substanz fest, solöst man eine genau abgewogene Menge derselben inso viel Wasser auf, daß eine Lösung von ungefährderselben Stärke resultiert, wie die zur Verfügungstehende Normalsäure. Liegt aber eine Lösung desAlkalihydroxyds zur Analyse vor, so ermittelt man,durch Abwägen im Pyknometer oder mittels e i n e sAräometers, das spezifische G-o wicht der Lösung undverdünnt sie dann mit destilliertem Wasser auf dasg e w ü n s c h t e V o 1 u m e n.
a) Bestimmung; des Natriumhydroxydgelialtes von käuflichem
Ätznatron.
NaOH z= 40-058.
Zur Verfügung ■ stehe eine ' 10 n. Salzsäure. Man bereitet sichdaher eine ungefähr ' 10 n. Natronlauge. Da das Natriumhydroxyd ander Luft rasch Wasser und Koblendioxyd anzieht, so wägt man esin einem tarierten Wägegläschen ab, löst biorauf in der nötigenMenge Wasser auf, fügt Methylorange zu einer abpipettierten Probeder Lösung und titriert in der Kälte mit 1 / 10 n. Salzsäure.
Beispiel: 4-6623 g Natriumhydroxyd wurden zu 1000 ccmgelöst und 25 ccm dieser Lösung, entsprechend 0'1165ü g Natrium-hydroxyd, erforderten 28'66 7io n - Säure zur Neutralisation.
') Dies ist notwendig, sonst trübt sich das klare Barytwasser sofort beimEinfließen in die Flasche.