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Pipette mit Brunnenwasser aus und füllt sie mit einer warmen Lösungvon Chromsäure in Schwefelsaure 1 ) (1 T. konz. H 2 S0 4 -|- 2 T. Wasser),läßt diese 10—15 Minuten in der Pipette verweilen, wäscht mitBrunnenwasser, dann mit fettfreiem destilliertem Wasser. Xun istdie Pipette rein und kann geeicht werden. Man klebt einen StreifenPapier an das Ansaugrohr, schließt das untere Ende mit dem Finger,füllt von oben mit einer Pipette von derselben Größe oder mittelseiner Bürette mit Wasser, das längere Zeit im Wagezimmer gestan-den und konstante Temperatur angenommen hat, markiert denStand des Wassers mit einem Bleistift an dem Papierstreifen undläßt das Wasser ausfließen. Wir wollen annehmen, es handle sichum die Eichung einer 10 cem Pipette. Das Wasser habe die Tem-peratur von 18° C. Durch wieviel Gramm Wasser von 18° wirddas Volum von 10 cem angezeigt? Nach der Zulagentafel Seite 400findet man die für die Temperatur von 18" für 1000 cem anzu-bringende Korrektion gleich 2-303 g, d. h. 1000 — 2-303 == 997-70 gWasser in der Luft gewogen würden genau 1000 cem einnehmen;folglich würden 9-9770 g Wasser von 18" in der Luft gewogengenau 10 cem entsprechen.
Man taucht nun die untere Spitze der Pipette in das Wasser,zieht letzteres durch Saugen am oberen Endo mit dem Munde bisoberhalb der Bloistiftmarko, verschließt das obere Endo mit demZeigefinger, wischt etwa außen anhaftendes Wasser ab und läßt dieFlüssigkeit bis zur Marko ausfließen, indem man dabei die Pipetten-spitze stets mit der Becherglaswandung in Berührung hält. Jetzt läßtman den Inhalt der Pipette in ein tariertes Becherglas, das mit einemUhrglase bedockt, oder in ein weites Wägegläschen, das mit einemeingeschliffenen Stöpsel verschlossen wird, längs der Wandung aus-fließen, entfernt sofort die Pipette, verschließt das Glas und wägt.Man habe 9'9257 g gefunden, also zu wenig um 9-9770 — 9-9257 == 0'0513 (/. Man bringt am Papierstreifen etwas oberhalb des ersteneinen zweiten Strich an und wiederholt die Auswägung. Dieselbe habe9-9852 g ergeben. Dieser Strich befindet sich also etwas zu hoch.Unterhalb desselben bringt man einen dritten an, wägt wieder ausund findet diesmal 9 - 9746 g und kann die Marke als richtig an-sehen. 2 ) Sollte das gefundene Gewicht des Pipetteninhaltes das desberechneten um + 5 mg überschreiten, so wiederholt man den Ver-such. Nun schneidet man den Papierstreifon genau an der richtigenMarke ab, klebt an dieser Stelle einen Papierstreifen mehrfach um
*) Man kann auch eine gesättigte, wässerigo Lösung von Kaliumdichro-mat, dar man 1 / 2 — 3 /4 des Volums konzentrierte tichwefelsäure zugesetzt hat,anwenden.
2 ) Beim Justieren der Pipette läßt sich der Betrag, um den die falschangebrachte Marke verschoben werden muß, aus dem Durchmesser des Ansaug-rohres angenähert berechnen.