390 —
nicht tunlich, weil der Quarz in Kalilauge merklich löslich ist. nichtaber in Natriumkarbonat. Liegt jedoch die Substanz in äußerstfeiner Zerteilung, wie man sie durch Schlämmen erhält, vor, soführt die Trennung mit 5°/ 0 iger Natriumkarbonatlösung nicht mehrzum Ziele, weil der Quarz in diesem feinen Zustand bei Wasserbad-hitze ebenfalls leicht von der Sodalösung aufgenommen wird.
Die Trennung der löslichen von der unlöslichenKieselsäuregibtnur dann brauchbare Resultate, wenndie Substanz in nicht zu feinem Zustand vorliegt.
Analyse des Chromeisensteins.
Obw-ohl der Chromeisenstein kein Silikat ist, so muß er dochweil in allen Säuren unlöslich, durch Schmelzen mit Alkalikarbonatenoder Boraten aufgeschlossen werden und die Analyse wird deshalbbei den Silikaten abgehandelt.
Der Chromeisenstein enthält 18—39°/ 0 FeO, 0—18% MgO,42—64°/ 0 Cr 2 O s , 0-13% AL0 3 und 0—11% Si0 2 . Auch Kalzium,Mangan und Nickel kommen manchmal darin vor.
0'5 (/ des aufs feinste gepulverten und gebeutelten Mineralswerden in einem schief stehenden offenen Platintiegel mit 4 rjreinem Natriumkarbonat x ) zwei Stunden lang über einem gutenTeclubrenner geschmolzen. Nach dem Erkalten laugt man dieSchmelze mit Wasser aus, säuert mit Salzsäure an, ' J ) verdampft ineiner Porzellanschale zur staubigen Trockene, befeuchtet mit konzen-trierter Salzsäure, nimmt mit Wasser auf, filtriert die Kieselsäure ab,glüht, wägt und prüft durch Abrauchen mit Schwefelsäure und Fluß-säure auf Reinheit (nach Seite 371). Das Filtrat der Kieselsäurewird hierauf heiß mit Schwefelwasserstoff gesättigt und der Nieder-schlag von Schwefel und Platinsulfid (vom Tiegel herrührend) ab-filtriert. Das Filtrat bringt man in einen Erlenmeyerkolbcn, fügt10 cem Salmiaklösung hinzu, dann kohlensäurefreies Ammoniak biszur schwach alkalischen Reaktion und schließlich etwas frisch be-reitetes farbloses Ammonsulfid, verkorkt und läßt über Nacht stehen,filtriert, wäscht zweimal mit Wasser, dem man einige TropfenSchwefelammonium zugesetzt hat, löst in Salzsäure auf und wieder-
J ) Funsen pflegte 1 Teil Chromeisenstein mit 1 j a Kieselsäure und6—8 Teilen Natriumkarbonat aufzuschließen und die zugesetzte Kieselsäurevon der Summe der gefundenen Kieselsäure in Abzug 1 zu bringen. DurchZusatz der Kieselsäure wird in der Tat die Aufschließung des Chromitsetwas leichter bewerkstelligt. Ich ziehe aber doch vor, wie oben geschildertzu verfahren, weil mit der Einführung der Kieselsäure immer die Möglichkeiteines Fehlers gegeben ist.
2 ) Sollte bei der Behandlung mit Salzsäure ein dunkler Rückstand vonnicht aufgeschlossenem Mineral bleiben, so wird er abfiltrieit und wiederummit Soda geschmolzen.