Die Empfindlichkeit ist also um so größer, je länger derWagebalken, je geringer dessen Gewicht und je kleiner der Ab-stand des Schwerpunktes vom Unterstützungspunkt ist.
Um die Einstellung einer Wage bequem zu ermöglichen, istam Wagebalken ein Zeiger befestigt, der, sobald Gleichgewicht her-gestellt ist, auf den Nullpunkt der auf einer Elfenbeinplatte ange-brachten Skala zeigt.
Bei der Wägung legt man den Gegenstand auf die linke, dieGewichte auf die rechte Wageschale, löst die Arretierung und ver-setzt die Wage in leichte Schwingung, indem man mit der Handeinen leisen Luftzug gegen die eine Schale erzeugt. Bei richtigerBelastung wird der Ausschlag rechts und links vom Nullpunktgleich groß sein, vorausgesetzt, daß dies auch bei unbelasteterWage der Eall ist, was selten vorkommt. Selbst wenn es dochzutreffen sollte, so ändert sich der Nullpunkt oft im Laufe desTages, so daß bei Nichtberücksichtigung dieses Umstandes recht be-denkliche Wägungsfehler vorkommen können.
Die Verschiebung des Nullpunktes kommt daher, daß die ersteBedingung für die Richtigkeit der Wage nicht erfüllt bleibt, daß nämlichdurch ungleichmäßige Erwärmung die Hebelarme ungleich lang werden.
Wir müssen uns bei unseren Wägungen von der Ungleich-armigkeit der Hebelarme unabhängig machen und dies kann, wiefolgende Überlegung zeigt, leicht geschehen. Gleichgewicht ist beimHebel vorhanden, wenn die statischen Momente gleich sind.
Unter statischem Moment versteht man das Produkt aus Kraftund Hebelarm und unter 7 j'
Hebelarm die senkrechteEntfernung vom Um-drehungspunkt auf dieRichtung der Kraft.
Legt man den zuwägenden Gegenstand,dessen Gewicht Q (Fig. 2)
ermittelt werden soll, auf t
die linke Wageschaleund bringt ihn in die JDJGleichgewichtslage (Zei- Fig. 2.
ger zeigt auf Null)durch Auflegen von P (j auf die rechte Wageschale, so ist:
1. Q1 = P1 1
Legt man nun den Gegenstand Q auf die rechte Schale undhringt ihn in dieselbe Gleichgewichtslage wie vorher, durch Auf-legen von Gewichten auf die linke Schale, so wird man nicht das
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