Folia Sennae Spiritu vini extracta.
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Die Sennesblätter enthalten einen in Weingeist losliehen harzigen Bestand-teil, und einen anderen in Wasser löslichen. Der letztere ist in einer concen-trirten Lösung Lösungsmittel für den harzigen Bestandteil, und zwar um so mehr,je heisser und concentrirter die Lösung ist, wie wir dies schon bei der Aloe unddem Extractum Ratanhae gesehen haben. Der harzige Bestandthcil ist unterdem Namen Cathartin unterschieden worden. Man sehreibt ihm die Bauch-grimmen erregenden Eigenschaften der Sennesblätter zu. Der wässerige Be-standthcil erreicht seinen Zweck der Leibesöffnung ohne diese unangenehme Ne-benwirkung. Der Zweck der obigen Präparation ist kein anderer, als diesenharzigen Bestandteil vorweg zu entfernen Dies geschieht durch höchstrectifi-cirten Weingeist in der Kälte. Wollte man dazu einen verdünnten Weingeist an-wenden, so würde man alles Lösliehe ohne Ausnahme ausziehen und ein wir-kungsloses Blattskclett übrig behalten. Es ist demnach die Vorschrift der.Phar-macopoe streng zu befolgen
Wenn man Sennesblätter mit dem vierfachen Gewichte Weingeist über-giesst, welche gerade die zum Bedecken kleinste Menge ist, und das Gemengeeinige Tage stehen lässt, so erhält man einen grünen Auszug, welcher neben demHiirzgehalte auch das Chlorophyll der Blätter enthält. Dieser Auszug giebt mitWasser verdünnt einen Niederschlag, der sich schwer absetzt. Die Blätter werdenmisgepresst und getrocknet. Sie haben einen Theil ihrer grünen Farbe verlorenund dafür eine gelblichgrüne angenommen. Eine Unze I Matter verlor 45 Granan Gewicht. Die ausgezogenen Blätter geben mit heissem Wasser infundirt einenimmer noch sehr gefärbten Auszug, welcher mild abführende Eigenschaften, ohnedas Gefühl von Bauchgrimmen zu erregen, besitzt.
Hierauf gründet sich die Anwendung dieser Blätter zu den Species laxan-tes St. dermain (PA. Haruns, edit. VI., p. 217). Für den gewöhnlichen Ge-brauch der Sennesblätter geht daraus hervor, dass man ein Infusum derselbennicht heiss coliren soll, oder dass man statt siedend heissen Wassers kaltes oderhöchstens lauwarmes Wasser anwenden, und die Digestion oder Maceration liebereine halbe Stunde länger dauern lassen soll. Die Pharmacopoe hat auch bei derBereitung des Extractum Sennae ganz richtig lauwarmes Wasser empfohlen.Die lauwarme Digestion erreicht den Zweck des Ausziehens mit, Spiritus bei dergewöhnlichen Receptur. Es ist natürlich Sache des Arztes und nicht des Apo-thekers , diese Veränderung zu prüfen und einzuführen. Nach Dean e (Pharm.Centralblatt 1845, 1, 232) giebt heisser und kalter Weingeist gleichviel harzigesExtract und die Auszüge besitzen ein gleiches speeif. Gewicht. Es ist also keinf irund vorhanden, von der Vorschrift der Pharmacopoe, welche durch das Wortmacerentur den kalten Aufguss empfiehlt, abzuweichen
Um mit dem kleinsten Verlust an Weingeist diesen Auszug zu machen, be-diene ich mich der kleinen (Pharm. Tcchn. 1. Aufl. S. 100 und 101, Fig. 57, 58,: »fl und 00; 2. Aufl. S. 117 und 118, Fig. 70, 77, 78, 79) beschriebenen Apparates.Es ist eine Real'sehe Presse die in eine gemeine verwandelt ist. Ich fülle deninneren Cylinder (Fig. 58, resp. Fig. 77 ) In '' flachgeschichteten Sennesblüternund giesse Weingeist bis zum üeberstehen auf, lasse dann über Nacht bedecktStehen, setze den Pressklotz (Fig. 59, resp. Fig. 78) auf, und presse ihn atd derSchraube herunter. Der Weingeist lliesst grösstenteils ab, und die Blätter blei-ben eben nur feucht zurück Sie werden in eine Hürde gebracht und vollendsgetrocknet. Die weingeistigen Auszüge bewahre ich in einem Kruge bis sieeine Blase füllen. Alsdann wird ihv Weingeist abgezogen und zum selbenZwecke wieder verwendet. Von dem geistigen Extract habe ich keine Anwen-dung gefunden.