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Ferrum hydricum.
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verdünnter roher Salzsäure mittelst Kochen auf, und filtrirt die siedendheisseLösung in einem Kolben, welcher schon einen Theil kohlensaures Ammoniakenthält. Nach dem Filtriren des Chlorürs i'ällt man vollständig mit einer Lösungvon kohlensaurem Ammoniak, und füllt den Kolben mit siedendheissem Wasseran. Es entsteht lebhaftes Aufbrausen, und ein sehr dichter, weisser Nieder-schlag setzt sich zu Boden. Man giesst das Wasser ab und füllt den Kolbenwieder mit heissem Wasser, und dieses zum dritten Male. Nun giesst man ab,bringt den Niederschlag auf Leinen, presst schnell aus und reibt ihn mit etwasGummischleim oder Zuckersyrup an, streicht ihn auf Löschpapier aus und lägstan der Luft trocknen. Ich habe gefunden, dass, wenn man den Niederschlagmit doppeltkohlensaurem Natron anreibt und trocknen lässt, sich ebenfalls einsehr gut haltbares Präparat darstellen lässt. In jedem Falle ist es dunkelgrün,ohne allen Stich in's Gelbe, und auch das mit Zucker und Gummi behandeltebraust mit Säuren lebhaft auf.
Nach den von mir mitgetheiltcn Erfahrungen verhindert selbst ein kleinerZusatz von Gummi oder Zucker die rasche Oxydation des Präparates. Schonfrüher ist ein Ferrum carbonicum saccharatum vom Dr. Becker angegeben undempfohlen worden. Man vermischt den oben ausgepressten Kuchen von kohlen-saurem Eisenoxydul mit einem gleichen Gewichte Zucker, reibt sie tüchtig durch-einander, wodurch die Masse viel feuchter und dünner wird, indem der Zuckerim Wasser des Kuchens schmilzt und nun einen Syrup darstellt, dessen Gewichtgleich jenem des Wassers mehr dem des Zuckers ist. In diesem Syrupe oxydirtsich der Niederschlag gar nicht und lässt sich ohne Veränderung austrocknen.Offenbar ist dies Präparat, welches nur die Hälfte seines Gewichtes trockeneskohlensaures Eisenoxydul vorstellt, noch jenem mit einer kleinen Menge Gummivorzuziehen, nur muss es in der doppelten Monge gegen jenes verabreichtwerden. Nicht selten wird das Fernem carbonicum erst während der Bereitungder Arznei erzeugt, indem man Ferrum sulphuricum purum und Natrum carbo-nicum crudum zusammen verordnet. Die kleine Monge sich erzeugenden Glau-bersalzes oder schwelelsauren Kalis bei Anwendung von Pottasche kann dieWirkung des Eisenpräparates nicht stören, auch selbst wegen zu kleiner Mengenicht wirken. Diese Art der Verordnung kommt bei der Mixtura O'rifßthi,Pilulae Griffithi und ähnlichen Rcceptformeln vor.
Die Zersetzung des Eisenvitriols durch neutrale kohlensaure Alkalien gehtnicht glatt auf, wie wenn man Chlorcalcium oder Chlorbaryum damit fällte,sondern sie hat die grösste Aehnlichkeit mit der Fällung der Bittererde- oderZinkoxydsalze. Bei der Fällung in der Kälte bemerkt man kein heftiges Auf-brausen, wohl aber ein beständiges Prickeln, wie in Mineralwässern. Bewirktman aber die Fällung kochend heiss, so ist das Aufbrausen lebhaft bis zumUcberstcigen der Masse. Es reisst sich ein Theil Kohlensäure los, und das ihmentsprechende Eisenoxydul ist als Hydrat in dem Niederschlage vorhanden. D*das kohlensaure Zinkoxyd und die kohlensaure Bittererde unter sich selbst keinegleiche oder ganz feststehende Zusammensetzung haben, so lässt sich kein be-stimmter analogischer Schluss auf die Mischung des kohlensauren Eiscnoxydulsmachen, um so weniger, als man dieses Präparat nicht unverändert im trockenenZustande darstellen kann. Den Gehalt an Kohlensäure kann man wohl finden,wenn man die aus gleichen Atomen beider Stoffe entweichende Kohlensäure'bestimmt; der Wassergehalt lässt sich aber ohne Eeindarstellung, welche dieNatur der Sache versagt, nicht ermitteln. Ganz entschieden ist aber, dass dieVerbindung eine gewisse Menge Eisenoxydulhydrat enthält und nicht mit, demnatürlichen kohlensauren Eisenoxydul identisch ist.