Druckschrift 
1 (1854)
Entstehung
Seite
373
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Extractum Nucum vomicarum spirituosum.

373

Samen in ein gleichmässiges und ziemlich feines Pulver. Es kommt auch Krä-henaugenpulver im Handel vor. Kann man .sich auf dessen Reinheit^verlassen,so möchte es wohl zur Bereitung des Extraetes, aber nicht der Tinctur zu-lässig sein.

Das Extract wird nun aus dem Pulver nach Art des Cascarillenextractesdargestellt, welches keine Schwierigkeiten darbietet. Bei einer Bereitung aus2 Civilpl'und Krähenaugen schied sich mir einmal ein fettes Oel, welches etwa2 Scrupel betrug, ab. Es konnte in keiner Weise mit dem Extraete. vermischtwerden und wurde deshalb entfernt, was um so eher zu billigen war, als esauch in der Receptur bei wässerigen Lösungen nicht aufgenommen werden konnte.

Man presse aus leinenen Säcken, die natürlich zu nichts Anderem gebrauchtwerden dürfen, tüchtig aus. Das letzte Austrocknen geschieht im Trockenofen.

Extractum Nucum vomicarum spirituosum.3BetagetfUge6 ÄrälKnaugcncitract.

Nimm: Gröblich gepulverte Krähenaugen ein Pfund,höchst rectificirten Weingeist zwei Pfund;digerire 48 Stunden unter öfterem Schütteln des Gefässes; dannpresse, nach Abgiessen der Flüssigkeit, den Kückstand aus.Wiederhole die Digestion nach Zusatz von

einem und einem halben Pfunde höchst recti-ficirten Weingeistesund presse aus.

Die gemischten und filtrirten Tincturen sollen im Dampfbade,welches 60° R. (75° C.) nicht übersteigt, unter beständigem Um-rühren zu einem dicken Extraete eingedampft werden, welches ingelinder Wanne ausgetrocknet und gepulvert in einem verschlosse-ne n Gefässe sorgfältig aufbewahrt werden muss.

Es sei ein Pulver von grünlichbrauner Farbe, trüber Lösung im Wasserund sehr bitterem Gesehmacke.

l'eber die Herstellung des Pulvers der Krähenaugen siehe den vorigenArtikel.

Die Digestion, welche sehr wohl in ein kurzes Aufwallen übergehen kann,wird in einem Kolben vorgenommen; das Auspressen nach dem Erkalten meinem leinenen Sacke. Die erhaltenen Tincturen sollen ohne Weiteres ver-dampfen. Dies ist eine ganz überflüssige Verschwendung von Weingeist, da dieKrähenaugen nichts enthalten, was sich bei der Siedehitze des Weingeistes ver-ändern oder verflüchtigen kann. Bei der Strychninfabrikation werden sie halbeTage lang gekocht, bis sie erweichen, ohne dass dadurch weniger Strychninerhalten würde. Man kann die Tincturen ganz wohl im Dampfbade einer leich-ten Destillation unterwerfen, um den grössten Tlicil des Weingeistes wieder zugewinnen und den Best im vollen Dampfbade unter umrühren eindampfen."'s weingeistige Krähenaugenextract enthalt den ganzen Strychningehalt derSanxeo. Es ist deshalb von der grössten Wirksamkeit and muss mit aller Sorg-bdt aus selbst gepulverten Krähcnaugcn dargestellt werden. Es ist kaum ein-zusehen, was 'das wasserige Exlract Beben diesem viel wirksameren P*»par»tenoch im Arzneischatze zu thiin habe.