Extractum Myrrhae. 371
Dampfbade von 40 bis 48» R. (50 bis 60" C.) unter beständigemUmrühren zur Dicke des Wermuthextractes verdampfen. Bewahre
es sorgfältig auf.
Es sei von grünlicher Farbe, in Wasser nicht löslieh.
Das ätherische Seidelbastextract macht einen Bestandteil zu mehreren Vor-schriften des Gichtpapiers aus. Es wird aber sehr verschieden zu bereiten ge-lehrt. Einige lassen den Seidelbast nur mit Weingeist, Andere nur mit Aether,die Pharmacopoe zuerst mit Weingeist und das erhaltene Product mit Aetherausziehen. Sowohl das weingeistige als ätherische Extract besitzt bedeutendehautrothende Eigenschaften. Mau weiss eigentlich nicht recht, worin die reizendeSubstanz liegt, und aus obigen Gründen entsprechen alle Vorschriften ihremZweck und Jeder hat Recht. Die Seidelbastrinde, wie sie im Handel vorkommt,ist ein sehr festes, zähes, untractirbarea Zeug. Zu jeder Art von Ausziehung,sei es mit Weingeist, Aether, Fett oder Oelen, muss die Kinde nach einerMethode vorbereitet werden, welche man C oldefy-D orly verdankt. Manschneidet den Seidelbast der Quere nach in schmale Streifchen, befeuchtet sieein wenig mit Weingeist, und zerstösst sie alsdann in einem eisernen Mörsermit schwerer Keule zu einer faserigen, filzigen Masse, in welcher man keineSpur der vorigen Rinde mehr erkennt. Ohne die Befeuchtung mit Weingeiststaubt der Seidelbast auf eine für den Laboranten höchst beschwerliche Weise.Diese Substanz dient zum Ausziehen, und das blosse mhnilim coneidere derPharmacopoe reicht nicht entfernt zu einer vollständigen Erschöpfung hin.
Die Pharmacopoea Badensis 1841 enthalt ebenfalls ein solches Mezereum-praparat, welches sie Resina Mezerei nennt. Sie lässt es in der folgenden Artbereiten. 8 Pfund Cort. Mezerei sollen in der eben beschriebenen Art auf-gelockert werden und dann erst mit 7 Pfund Spir. Viui rectSS. , nachher nochmit 5 Pfund, und zum dritten Male mit i Pfund digerirt und ausgepreist werden.Die Tineturen werden gemischt und y, des Weingeistes durch Destillation ab-gezogen. Es scheidet sich ein grünes Harz ab. Die Flüssigkeit, auf '/ t vor-dampft, sc tzt ein braunes Harz ab. Beide Harze werden vermischt und mit,Aether digerirt, so lange derselbe davon grün gefärbt wird. Die ätherischenLösungen sollen colirt, der Aether abdestilürt werden, und der Rückstand derDestillation mit schwachem Weingeiste (20° Baume") ausgezogen werden, wel-(| icr das grüne Harz nnangegriffen zurüoHasst. Dieses mit viel Chlorophyllvermengte Halbharz wird zur Darstellung des Gichtpapiers, Charta antarthriäca,
in der Art verwendet dass ein Gemenge von i Unzen Schweinefett, f. Drachmenweisses Wachs, 4 Drachmen Wallratn und 21 Gran des beschriebenen Seidel-bastharzes auf Papier einigemal aufgetragen und durch Erwärmen eindringengelassen werden.
Die Methode rührt ursprünglich von Dublane her und ist denn auch mitgeringer Abweichung die in unserer Pharmacopoe enthaltene.
Es ist nicht zu z-weifeln, dass eine einlache Extraction mit Aether in de«unter Extractum Cinae aethereum beschriebenen Apparate auf eine viel einfachereund leichtere Weise dasselbe Präparat gäbe.
Extractum Myrrhae. S)fytr$entttract
Eb werde aus der Myrrhe wie Extractum Aloes bereitet,
ks sei ein röthliehgclbes Pulver von trüber Lösung in Wasser,