Druckschrift 
1 (1854)
Entstehung
Seite
307
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Elena.

307

Diese Vorschrift ist eine ganz zweckmässige Abänderung der früheren, wel-che ein Decoct von Feigen voraussetzte, was ganz gut durch blossen Zuckerersetzt werden konnte. Da man die Latwerge jetzt ex tempore bereiten kann,wird man sie in kleineren Mengen darstellen und deshalb immer frischer haben.

Elemi. (Slcmi.

Icica Icicariba Decandolle. Burseraceae.

Ein festes Harz, aussen härter, innen weicher und zäh, in derHand geknetet erweichend, von gelber Farbe, durch Keiben weisswerdend, halbdurchsichtig, von etwas fenchelartigem Gerüche. Esist der an der Luft erhärtete Saft, der aus einem in Brasilien ein-heimischen Baume ausfliesst.

Es kommt auch jetzt ein Harz vor in cylindrischen weissen,aussen trüben, innen halbdurchsichtigen Stücken, die durch Knetenin der Hand erweichen, welches ebenfalls angewendet werden kann.Es soll von einem unbekannten Baume herkommen.

Man unterscheidet drei Arten von Elemi. 1) Das westindische Elemi, oderdas gemeine Elemi, stellt unförmliche, aus kleineren Stücken zusammengebackeneMassen dar. Es ist von Farbe hellgelblich oder grünlich gelb; der Geruch istangenehm, ienchelartig, besonders beim Erwärmen schon in der Hand; derGeschmack balsamisch, bitterlieh weich. Die Consistenz beim irischen Harz ist"eich, so dass manches beim Kneten an den Fingern klebt. Mit dem AlterWird es durch Verlust von ätherischem Oele, wovon es an 12 Proceut enthält,fester. Unter den Zähnen wird es beim Kauen weich. Sein speeifisches Ge-wicht ist 1,083. Durch längeres Liegen verliert es an Geruch, wird spröderund brüchiger und lässt sich dann durch einen Schlag trennen. Es schmilzt in<*cr Wärme leicht, ist in heissem Weingeist ganz löslich, in Wasser unlöslich.Man soll es in Blechkastcn aufbewahren. Es soll von Amyris Plumieri Decan-aolle, zur Octandria Monogynia gehörig, herkommen. 2) Das Elemi indicumoder Orientale soll von Balsamodendron zeylanicum herrühren. Es kommt in ein°is zwei Pfund schweren länglichen Stücken vor, die in Blätter eines ChamS-rops eingewickelt sind. Es ist ganz trocken, lässt sich leicht zerschlagen, riechtnach Fenchel oder Dill, und besitzt eine dunklere bräunlichgrüne Farbe. Manbemerkt helle, wein- und citronengelbe Stücke, die durch eine dunklere Massev erbunden sind. Nach dem Bruche ist es uneben, schwach wachsglänzend,^onst weicht es in seinem Verhalten von dem vorigen wenig ab. Es findetSl °h jetzt sehr selten im Handel. Eine dritte Sorte, das Elemi afrkanum oder^thmpicum, soll früher im Handel vorgekommen sein. Es bestand aus kleinenrnern, welche scharf schmeckten. Seine Abstammung ist ganz unbekannt,wie auch die Abstammung, welche im Texte angegeben ist, nicht fest steht,Und vor der Hand nur ein Namen ist. Das Elemi wird äusserlich als Eiterung^förderndes Mittel angewendet. Es macht einen Hauptbestandteil des Un-yuentum Elemi aus, und ist in sehr kleiner Menge im Emplastmm otmtttmenthalten.