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1 (1854)
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Calcaria hypochlorosa.

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saure enthalten. Im vorliegenden Fülle hätte die Stärke des Chlorkalkes durcheine ähnliche Operation bestimmt werden können, etwa in der Art, dass mansagte, wenn zu % Unze Chlorkalk so und so viel Eisenvitriol zugefügt wird,so muss das Filtrat noch bleichende Eigenschaften zeigen, wenn man es mitLackmuspapier und verdünnter Säure zusammenbringt.

Die Pharmacopoe sagt zuletzt: solutio, si requiritur , non nisi ßltrata dis-pensetur. Dieser Satz scheint einen falschen Sinn auszudrücken. So wie erdasteht, heisst er, eine Lösung soll, wenn es verlangt wird, nur filtrirt abgege-ben werden. Das versteht sich doch wohl von selbst, dass, wenn eine Lösungfiltrirt verlangt wird, sie nur filtrirt abgegeben wird. Es wäre überflüssig, diesausdrücklich vorzuschreiben. Der richtige Sinn möchte wohl der sein: eine Lö-sung soll, wenn es nicht ausdrücklich verlangt wird, unfiltrirt abgegeben wer-den, und dazu müsste der lateinische Text heissen: sotutio, nisi ßltrata requiri-er, non ßltrata dkpenselur. Auch könnte der Sinn der sein, dass eine Lösung,ausser wenn es ausdrücklich verlangt wird, immer nur filtrirt abgegeben werdensoll; alsdann müsste es heissen: sotutio, si non aliter praescribitur, non nisi ßl-trata dispensetur. Wir haben also hier zwei verschiedene Sinne, und einmalkeinen Sinn. Es wäre zweckmässig, dass man sieh der Sprache bediente, umseine Gedanken auszudrücken.

Wir trehen nun auf die Bereitung des Chlorkalkes über. Dieselbe findetohne Ausnahme nur in eigenen ehemischen Fabriken Statt, welche die, Salzsäuregleichsam umsonst oder als Nebenproduct haben. In allen Fällen lässt manChlorgas von Kalkhydrat bis zur vollständigen Sättigung absorbiren; die we-sentlichsten Verschiedenheiten bestehen in der Entwicklung des Chlorgases.

Einige Fabriken behandeln die concentrirte Salzsäure mit Braunsteinpulverin grossen bleiernen oder steinzeugenen Retorten, andere vermischen Kochsalz,Schwefelsäure und Braunstein in bleiernen Retorten, entwickeln das Gas durchErhitzen und leiten es in die Kalkkammern, wobei das Chlor im Grossen ganzNebenproduct ist, indem die im Entwickelungsgcfässe zurückbleibende Flüssig-keit im Flammfeuer eingedampft und mit Kreide und Kohle zu kohlensauremNatron verarbeitet wird. Der Fabrikant hat hier die Entwickelung der Salz-säure aus Kochsalz und die Chlorentwickelung aus Salzsäure und Braunstein ineine Operation zusammengezogen. Andere entwickeln die Salzsäure gasförmig,«cd treiben sie durch stark erhitzten Braunstein in ganzen Stücken, wodurchsich die Salzsäure in Chlor und Wasser verwandelt, und wobei das Wasser dasgebildete Manganchlorür abwäscht, wodurch die Stücke zusammensinken unddurch neue ergänzt werden. In jedem Falle kann der Fabrikant den Chlorkalkviel wohlfeiler und besser als der Pharmaccut machen, weil er die rohe Salz-saure entweder als Nebenproduct der Sodabereitung erhält, oder weil er dasChlor gewinnt, indem er das Glaubersalz zur Sodabereitung darstellt, und end-lich weil er för diese Arbeit vollständigere Apparate als der Apotheker besitztund besitzen kann. Der Kalk muss, behufs der Sättigung mit Chlorgas, erst mden Hydratzustand übergehen. Hier ist nun gerade der beste und fetteste Kalkauch derjenige, welcher ""das dichteste, feinste und undurchdringlichste Pulvergiebt. Man muss also, um eine vollständige Sättigung zu bewirken, das Kalk-pulver entweder im Chlorgage umrühren, um erneuerte Oberflächen zu geben,oder dasselbe in so dünnen Schichten darbieten, dass eine vollkommene Durch-dringung keine Schwierigkeiten hat. Beide Bedingungen sind dem Pharmaceutenschwierig zu erfüllen, entweder aus Mangel der passenden Apparate, oder we-gen zu grosser räumlicher Ausdehnung derselben bei mangelnder Bewegung.

Aus diesem Grunde ist es einleuchtend, warum Otto den in den Apothe-ken selbst bereiteten Chlorkalk meistens viel schlechter fand, als den aus denchemisehen Fabriken bezogenen, so demüthigend auch diese Aeusserung 1ür an-

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