Asa foetida.
219
raahlcnen, weil letztere meistens mit fremden Stoffen, Sehwerspath vermengt ist.Man prüft sie nöthigenfalls auf ihre vollkommene Flüchtigkeit, wobei man dieentwickelten Dämpf« zu meiden hat. Dieser Versuch kann auf einem Scherb-chen einer Porcellanschalc oder in einem ganz kleinen Ticgelchen gemacht wer-den, welches man mitten in das Feuer eines geschlossenen Herdes stellt. Die•n ganzen Stücken vorkommende arsenige Säure kann nicht leicht mit anderenStoffen, namentlich nicht mit feuerbeständigen, verunreinigt sein.
Die arsenige Säure hat die Formel As 0 3 (75 + 3 . 8 = 99). Frisch be-reitet ist sie glasartig, durchsichtig, sogenannte amorphe arsenige Säure. Mitder Zeit wird sie trüb, milchweiss. Diese Veränderung geht ohne Gewichtsver-änderung vor sich. Das speeif. Gewicht des Arsenikglases ist 3,73. Bei plötz-licher Erhitzung schmilzt das Arsenikglas, ohne sich bedeutend zu verflüchtigen.Die arsenige Säure verdampft leichter als das Metall. Der farblose Dampf hat keinenKnoblauchgeruch, wenn er nicht von desoxydirenden Korpern zum Theil zersetztwurde. Die gelöste arsenige Säure röthet Lackmuspapier schwach. Die Säure hateinen schwachen, etwas metallischen Geschmack. Sie löst sich schwer in kaltemWasser, etwas schneller in kochendem. Die in der Hitze gesättigte Lösung enthältAo arsenige Säure, nach dem Erkalten behält sie nur '/,„ gelöst. Um eine ge-sättigte Lösung zu erhalten, muss man mit grossem Ueberschusso an arsenigerSäure kochen. Nimmt man nur die nöthige Menge Arsenik, nämlich y,,, bis %„vom Wasser, so bleibt sehr viel ungelöst.
Eine vortreffliche und umfassende Darstellung der Methoden, Arsenik in me-dico-legalen Fällen zu ermitteln, findet sich in Graham-Otto's Chemie, wes-halb wir hier ganz davon absehen können.
Asa foetida. ©tinfafanb.
Ferula Asa foetida Linn. und vielleicht noch andere Species derGattung Ferula. 9J a türtici)e gamilie ber Solbengeroachfe.™ Gummiharz in Klümpchen oder Körnern, die meistens un-ter sich zusammengebacken sind, zuweilen durchscheinend, äusser-hch von rosenroth bräunlicher Farbe, innen weisslich, mit der Zeitroth werdend, von Fettglanz, zwischen den Fingern erweichend,von scharf bitterlichem Geschmacke und knoblauchartigem Gerü-che. Es ist der verhärtete Saft aus der angeschnittenen Wurzelder oben genannten Pflanze (nach Kämpfer), welche in Persienwild wächst.
Der Stinkasand (Teufelsdreck) ist der getrocknete, mehr oder minder reineschleimharzige Milchsaft der Wurzel. Die erste und letzte Nachricht über die-sen Stoff rührt aus dem Jahre 1U87 von Kampier her, der in seinem WerkeAmoenitates exoticae darüber seine Erfahrungen mittheilte. Es ist auffallend,oass aus diesen Ländern, die theils durch Kussland, theils durch das englischestmdien mehrfach in Kriege hineingezogen wurden, noch keine fernere Nach-eilten seit 1G5 Jahren hervorgedrungen sind. Nach den Nachrichten vonbef U ' Pfer W ' 1(1 ' lie arm " Uml be i nuicke Wurzel quer abgeschnitten, von Erdedet^V UU<1 der ausniessende Sa» an der Lult verhärten gelassen. Man Schnei-der ,^ Vurzel mi "' s Neue ab und sammelt nach einigen Tagen den Saft wie-Auch an den Stängeln und Blättern soll durch freiwilliges Ausschwitzen