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Anleitung zur Darstellung und Prüfung chemischer und pharmaceutischer Präparate : ein auf eigene Erfahrungen gegründetes, insbesondere den Apothekern gewidmetes praktisches Hülfsbuch
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Ureum purum.

Mennige oder 8 Theile : nahezu 14 Theile, Die vorgeschriebeneMenge Mennige darf nicht überschritten werden, weil sonst auchder Kohlenstoff oxydirt und eine Portion cyansauren Kalis inkohlensaures Kali verwandelt wird.

1 M.-G. KO + C.,N0 und 3 M.-ü. 0 bilden:1 M.-G. KO + C0 2 , 1 M.-G. CO, und 1 M.-G. N.

Beim Eintragen der Mennige in die flüssige Salzmasse ent-steht ein ziemlich starkes Aufwallen, wesshalb sie nur theelöffel-weise hinzukommen darf. Aus der erkalteten Salzmasse löstWasser das cyansaure Kali auf und lässt metallisches Eisen undBlei zurück; das dazu zu verwendende Wasser muss ganz kaltseyn, weil durch warmes das cyansaure Kali (unter Mitwirkungdes Wassers) in doppeltkohlensaures Kali und Ammoniak zerfällt:1 M.-G. KO ~\- C 2 N0 und 3 M.-G. HO bilden:1 M.-G. KO + 2 CO, und 1 M.-G. NH 3 .

Kommt zu dem cyansauren Kali eine Auflösung von schwe-felsaurem Ammoniak, so bilden sich schwefelsaures Kali undcyansaures Ammoniak:

1 M.-G. KO + C 2 NO und 1 M.-G. NH 4 0 + S0 3 bilden:1 M.-G. KO -f S0. { und 1 M.-G. NH 4 0 + C,NO.

Gehen wir hier wieder von 10 M.-G. krystallisirtem Kalium-eisencyanür (welche 30 M.-G. cyansaures Kali liefern) aus, sobedürfen 26425 Theile desselben 30 M.-G. oder 24750 in derWärme getrocknetes (vom Krystallwasser freies) schwefelsauresAmmoniumoxyd, oder beinahe ihr gleiches Gewicht. Ein Ueber-schuss des letztern Salzes hat keinen Nachtheil. Das cyansaureAmmoniumoxyd verwandelt sich schon durch gelindes Erwärmender Flüssigkeit in Harnstoff, ohne etwas von seinen Elementenzu verlieren oder etwas anderes aufzunehmen, dennNH 4 0 + C 2 NO = C 2 H 4 N 2 0 2 .

Das meiste schwefelsaure Kali wird durch Krystallisation undder Rest durch Ausziehen der zur Trockne abgedampften Salz-lauge mit starkem Weingeist, worin dasselbe unlöslich, der Harn-stoff aber leicht löslich ist, abgeschieden; endlich der Harnstoffdurch Krystallisation gewonnen.

Das Abdampfen der Salzlaugen muss desshalb in gelinderWärme, unter ihrem Kochpunkte geschehen, weil der Harn-stoff in einigermaassen concentrirter wässriger Lösung dieEigenschaft besitzt, sich beim Kochen unter Mitwirkung