9l£
Uranium oxydalum.
filtrire noch heiss und behandle den Rückstand nochmals mit derHälfte des zuerst angewandten Ammoniakcarbonatsauf dieselbe Weise. Die vereinigten gelben alkalischen Lösungenfälle man nötigenfalls mit Schwefelammonium aus, filtrire,verdunste das Filtrat zur Trockne, reibe den Rückstand fein, er-hitze ihn noch eine Zeit lang in einer Temperatur von beiläufig150° C. und bewahre ihn in diesem Zustande auf. Die Ausbeutebeträgt von 5 Theilen Erz 2 Theile.
Vorgang. Das Uranpecherz ist im Wesentlichen eine demMagneteisenstein (Fe 0 + Fe 2 0.0 analog zusammengesetzte Ver-bindung von Uranoxydul und Uranoxyd = UO + U 2 0 3 , ent-hält aber stets noch eine Menge anderer Körper als Verunreini-gung; in dem von mir untersuchten sächsischen Erze fanden sich,ausser dem Uran, noch: Kupfer, Eisen, Blei, Zinn, Silber, Arsen,Wismuth, Zink, Thonerde, Kalk, Magnesia und Kieselerde. InKönigswasser löst es sich sehr rasch auf und hinterlässt dabeiein schmutzig weisses Pulver, welches beinahe % vom Gewichtedes Erzes beträgt und eine Verbindung von Kieselerde mit Kalk,Thon, Magnesia und Eisenoxyd ist, ausserdem aber noch etwasChlorblei und Spuren von Chlorsilber enthält. In der gelbgrünenAuflösung befinden sich das Kupfer, Zinn, Arsen, Wismuth, Zink,nebst dem grössten Theile des Bleies, Eisens, Kalks, der Thon-erde und Magnesia als Chloride. Schwefelwasserstoff schlägt ausdieser, durch vorherige Abdampfung von einer grossen Mengefreier Säure befreieten, und mit Wasser verdünnten Lösung (wobeisich wiederum Chlorblei abscheidet, was durch Filtriren getrenntwird) das Kupfer, Zinn, Arsen, Wismuth und Blei nieder, undverwandelt das Uran- und Eisenchlorid in Chlorüre, wesshalb auchfreier Schwefel mitpräeipitirt wird, denn
1 M.-G. U 2 C1 3 (oder 1 M.-G. Fe 2 Cl ;! ) und i M.-G. HS bilden:
2 M.-G. UC1 (oder 2 M.-G. FeCl), 1 M.-G. HCl und 1 M.-G. S.
Die von dem Niederschlage getrennte Flüssigkeit sieht daherjetzt grün aus; durch Verdunsten für sich wird der überschüssigeSchwefelwasserstoff entfernt, und durch nachherigen Zusatz vonSalpetersäure gehen die Chlorüre wieder in Chloride über. Am-moniak fällt nun das Eisen, Uran und Aluminium als Oxydhydratevollständig, während Zink, Kalk und Magnesia aufgelöst bleiben.Das Auswaschen des Niederschlags unter möglichster Abhaltungder (Kohlensäure der) Luft geschieht, damit von den aufgelöstgebliebenen Basen nichts mit niederfällt. Kohlensaures Ammoniak