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Anleitung zur Darstellung und Prüfung chemischer und pharmaceutischer Präparate : ein auf eigene Erfahrungen gegründetes, insbesondere den Apothekern gewidmetes praktisches Hülfsbuch
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689
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haltigern Antimonoxyd. Die beiden Gemenglheile lassen sichunter dem Mikroskope leicht unterscheiden: das Schwefelantimonerscheint in braunrothen Kügelchen, das Antimonoxyd-Natron inweissen, durchsichtigen Krystallcn. Damit der Niederschlag rechtfein vertheilt ausfalle, muss die siedendheiss filtrirle Auflösungsogleich mit einer grossen Menge warmen Wassers in Berührunggebracht werden. Diess führt freilich wieder den Uebelstand mitsich, dass sich der Niederschlag in der Regel schwer absetzt undausserordentlich grosse Mengen Wasser zum Auswaschen bedarf.Doch lässt sich, wenn man Ursache haben sollte, das destillirfeWasser zu schonen, dadurch abhelfen, dass man den Niederschlagvor dem Auswaschen sammelt und trocknet, dann wieder mit Was-ser anreibt und nun erst auswäscht. Zum Auswaschen darfman sich nur des kalten Wassers bedienen, denn heisses ent-zieht nicht bloss Natron und Antimonoxyd, sondern bewirkt aucheine theilweisc Oxydation des Schwefelantimons. — Da sich schonbei einmaligem Auskochen der geschmolzenen Masse mit Wasserfast alles auflöst, so fällt die Nothwendigkeit einer zweiten Aus-kochung von selbst weg; ein zweites Auskochen wäre auch kaumausführbar, denn man müsstc zu diesem Zwecke sämmlliche Flüs-sigkeit, aus der sich der Kermes geschieden hat, erst wieder ein-engen, was eine fast gänzliche Zersetzung des darin enthaltenenSchwefelsalzes zur Folge hätte.

Die oben gegebene Vorschrift zur Bereitung des oxydhaltigenKermes (G Th. Soda, 5 Th. Schwefelantimon und 1 Th. Schwe-fel) enthält auf 4 M.-G. Schwefelantimon über 15 M.-G. kohlen-saures Natron, und hat sich als praktisch erwiesen, d. h. dasdarin überschüssig vorhandene Natroncarbonat (ü Der *2 M.-G.)reicht aus, um den Spiessglanzsafran (die Verbindung von 1 M.-G.Antimonoxyd und 2 M.-G. Schwefelantimon) vollständig zu zer-legen. Der frei hinzugesetzte (über 8 M.-G. betragende) Schwe-fel führt eine Verminderung von Antimonoxyd herbei, indem einegewisse Portion Schwefelnatrium auf seine Kosten und nichtauf Kosten des Schwefelantimons erzeugt wird. Es versteht sich,dass die Menge des Schwefels ein gewisses Maass nicht über-schreiten darf, widrigenfalls gar kein Anümonoxyd entstehen würde.So lange aber noch Soda im Ueberschusse sich befindet, bildetsich auch Antimonoxyd. Wird im Gegentheil die Menge der Sodabedeutend über das vorgeschriebene Quantum Überschriften, sokann der Fall eintreten, dass alles gebildete Anümonoxyd beim

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