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Anleitung zur Darstellung und Prüfung chemischer und pharmaceutischer Präparate : ein auf eigene Erfahrungen gegründetes, insbesondere den Apothekern gewidmetes praktisches Hülfsbuch
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607
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Natrium oxydafum sulphuricum.

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man absetzen, dekantire die überstehende Flüssigkeit, bringe denweissen Satz auf einen Spitzbeutel, und wasche ihn, wenn dieanhängende Lauge möglichst vollständig abgetropft ist, so langemit heissem Wasser aus, bis das Ablaufende nicht mehr merklichsalzig schmeckt. Sämmtliche Flüssigkeiten koche man in einembleiernen oder auch blanken kupfernen Kessel so weit ein, biseine Probe beim Erkalten Spuren von Krystallisation zeigt, fdtrirehierauf noch heiss und überlasse das Filtrat einen oder mehrereTage lang an einem kühlen Orte der Ruhe. Die nach dieser Zeitgebildeten Krystalle befreie man von der Mutterlauge, und ver-dunste diese abermals. Der erste, auch wohl der zweite Anschussist gewöhnlich ganz rein, die folgenden aber sind in der Regelgelblich gefärbt und müssen umkrystallisirt werden. SämmtlichesSalz setze man in mit Löschpapier ausgelegten Sieben der Luftaus, bis es trocken ist und bewahre es an einem kühlen Orte,am besten im Keller, auf.

Die braune Mutterlauge wird zur Trockne verdunstet, undder Rückstand als wasserfreies schwefelsaures Natron zu solchenZwecken verwendet, wo eine geringe Färbung und Verunreinigungmit schwefelsaurem Kalk keinen Nachtheil bringt.

Vorgang. Wenn saures schwefelsaures Natron mit Kalkgesättigt wird, so entsteht schwer löslicher schwefelsaurer Kalk,welcher als wasserhaltiges Salz = CaO + S0 3 -f- 2 HO gröss-tenteils niederfällt, während das neutrale schwefelsaure Natronnebst einer geringen Menge Gyps aufgelöst bleibt. Reim Ver-dampfen scheidet sich der letztere immer mehr aus und wirddurch Filtriren getrennt. Man hat nicht zu befürchten, dass beimHerauskrystallisiren des Glaubersalzes auch Gyps mit niederfällt(s. S. 266).

Prüfung. Das neutrale schwefelsaure Natron krystallisirt inansehnlichen, wasserhellen, schief rhombischen gestreiften Säulen,welche geruchlos sind und einen fade salzigen, kühlend bitter-*liehen Geschmack besitzen. An der Luft beschlagen sie, durchVerlust von Wasser, ziemlich schnell mit einem weissen lookernPulver von wasserfreiem schwefelsaurem Natron, und zerfallenendlich ganz. In der Hitze schmelzen sie in ihrem Krystallwasserund hinterlassen nach Verlust des letztern eine trockne Masse,die im Glühen wiederum vollständig flüssig wird, ohne sich zuzersetzen. Bei gewöhnlicher Temperatur löst sich das Salz in3 Theilen Wasser, bei einer Wärme von + 33° C, aber schon