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Natrium oxydatum formicicum.
Der wiedergewonnene Weingeist besitzt (wegen Zersetzungeiner kleinen Menge chlorsauren Ammoniaks während der De-stillation und Einwirkung des dabei auftretenden Chlors) gewöhnlicheinen schwach chlorätherartigen Geruch und eine saure Reaction,lässt sich aber doch zu manchen Zwecken wieder benutzen, z. B.zur Darstellung des Spiritus salis dulcis.
Prüfung. Das chlorsaure Natron kryslallisirt in farblosen,rhomboedrischen und damit verwandten prismatischen Krystallen,welche geruchlos sind und einen milden salzigen, kühlenden Ge-schmack besitzen. An der Luft bleibt es unverändert; in der Hitzeschmilzt es, entwickelt Sauerstoff und verwandelt sich endlich voll-ständig in Chlornatrium (s. Kali chloricum). Es löst sich in 4Theilen kaltem und in gleichen Theilen kochendem Wasser; dieLösung reagirt neutral. Kalter Weingeist von 80% nimmt nury 34 des Salzes, heisser mehr davon auf. Im Uebrigen verhält essich wie das chlorsaure Kali. — Anhängendes Chlornatriumerkennt man an der durch salpetersaures Silber entstehendenweissen Trübung; Ammoniaksalz an dem auf Zusatz von Kali-lauge sich entwickelnden Gerüche; kohlensaures Natron auder alkalischen Reaction und dem beim Uebergiessen mit einerverdünnten Säure eintretenden Brausen.
Natrium oxydatum formicicum.
(Ameisensaures Natron.)Formel: NaO + C 2 H0 3 = NaO + F.
Bereitung. Eine beliebige Menge reiner Ameisensäure(s. Acidum formicicum) versetze man so lange mit zerriebenemkrystallisirtem kohlensaurem Natron, bis kein Aufbrausenmehr entsteht, und die Flüssigkeit nach gelindem Erwärmen nurnoch eine schwachsaure Reaktion zeigt. 5 Theile Säure von1,074 spec. Gewicht bedürfen 4 Theile Soda. Hierauf verdunsteman in einer porcellanenen Schale unter Umrühren bei gelinderWärme zur Trockne, und bringe das Salz noch warm in ein gutzu verschliessendes Glas. Es wird beinahe 2 Theile betragen.
Vorgang. Die Ameisensäure treibt aus der Soda die Koh-lensäure und verbindet sich mit dem Natron.