Morphinum purum.
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dreissigfachen Gewichte heissen Wassers auf, digeriredie Solution, falls sie noch gefärbt seyn sollte, mit frisch ge-glühter Holzkohle, und präcipitire sie nach dem Erkalten mitAetzammoniak. Ein zu grosser Ueberschuss des letztern ist mög-lichst zu vermeiden. Den aus feinen weissen Nadeln bestehendenNiederschlag sammle man auf einem Filter, süsse ihn mit kaltemWasser aus, und trockne ihn in ganz gelinder Wärme. Er wirdy i0 bis V12 vom Gewichte des in Arbeit genommenen Opiumsbetragen.
Den bei der Bereitung der Mekonsäure (S. 74) durch Am-moniak erhaltenen Niederschlag löse man in verdünnter Salzsäureauf, und behandle die Solution gerade so, wie den wässrigenAuszug des Opiums, auf die beschriebene Weise mit Kalkmilchu. s. w.
Vorgang. Das Morphin befindet sich (nebst den übrigen ingeringerer Menge vorhandenen Alkaloiden: Narkotin, Codein, The-bain etc.) im Opium an Mekonsäure (und Schwefelsäure) gebun-den. Wasser löst das Morphin-, Codein- und Thebain- und einengrossen Theil des Narkotinsalzes auf, Codein und Thebain könnenaber, wegen ihrer geringen Menge, nur dann berücksichtigt, resp.gewonnen werden, wenn man bedeutende Quantitäten Opium inArbeit nimmt. Kommt der wässrige Auszug mit kochender Kalk-milch in Berührung, so treten die Säuren der Alkaloide an denKalk und bilden mekonsauren und schwefelsauren Kalk, die Al-kaloide fallen nieder, das Morphin aber löst sich in dem über-schüssigen Kalke wieder auf, während die übrigen in dem Kalk-rückstande bleiben. Das Narkotin, Codein und Thebain könnendiesem Bückstande durch Weingeist oder Aether entzogen wer-den. Um die kalkigen Auszüge auf ein geringeres, bequemer zubehandelndes Volumen zu bringen, werden sie bis zu einem ge-wissen Grade verdunstet; hierbei entsteht durch den Einfluss deratmosphärischen Kohlensäure ein Niederschlag von kohlensauremKalk, und in Folge dessen scheidet sich auch ein seines Auflö-sungsmittels, des Kalks, beraubter Theil Morphin aus, der zwarnur gering ist, aber doch so viel beträgt, dass er das Ausziehendes Niederschlags (am besten, wenn eine grössere Parthie davonbeisammen ist) mit Weingeist lohnt. Kommt zu der eingeengten(und filtrirten) Auflösung des Morphins in Kalk Salmiak, so zer-setzen sich beide Verbindungen; der Sauerstoff des Kalks bildetmit 1 M.-G. Wasserstoff des Ammoniums Wasser, das Calcium
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