Kalium oxydatum tartaricum neutrale.
SO?
nimmt. — Jn manchen (vielleicht in allen) Sorten Weinstein fin-det sich ein gewisser Theil Weinsteinsäure durch Trauben-säure ersetzt; um sich davon zu überzeugen, sättige man einePortion Weinstein mit reinem kohlensaurem Kali, jedoch so, dassletzteres durchaus nicht im Ueberschuss vorhanden ist, füge einigeUnzen Kalkwasser, und hierauf eine reichliche Menge Salmiakhinzu. Lost sich der durch das Kalkwasser erzeugte Nieder-schlag in dem Salmiak nicht wieder vollständig auf, so ist Trau-bensäure zugegen. Der Salmiak löst nämlich den weiusteinsau-ren, nicht aber den traubensauren Kalk auf. Ein Gehall vonTraubensäure (saurem traubensaurem Kali) in Weinstein kannaber, da er fast immer vorkommt und sich nicht wohl beseitigenlässt, dem Weinstein billigerweise nicht als ein Fehler angerech-net werden, zumal die Traubensäure in der chemischen Constitu-tion und in so vielen andern Beziehungen mit der Weinsteinsäureübereinstimmt.
Kalium oxydatum tartaricumneutrale.
(Kali tartaricum, Tartarus tartarisatus. Einfaches oder neutralesweinsteinsaures Kali, tartarisirter Weinslein.)
Formel: 2 (KO + T) + HO.
Bereitung. In einem bleiernen oder auch gut verzinntenkupfernen Kessel bringe man 40 Theilc reines Wasser zumSieden, setze 4 Theile kohlensaures Kali und hierauf, unterbeständigem Umrühren mit einem porcellanenen oder hölzernenSpatel, löffelweise so lange gepulverten gereinigten Wein-stein hinzu, als noch ein Aulbrausen erfolgt, und ein einge-tauchter Streifen Curcumapapier sich nicht mehr merklich braunfärbt. H—12 Theile Weinstein werden dazu ausreichen. Sollteetwas zuviel Weinstein hineingekommen seyn (was man daranerkennt, dass die Lauge das Lackmuspapier röthet), so muss der-selbe wieder durch kohlensaures Kali abgestumpft werden. Diegenau neutralisirle Flüssigkeit verdünne man noch mit 30 Th.Wasser, giesse sie in einen irdenen Hafen, und lasse sie we-nigstens 3 Tage lang an einem kühlen Orte stehen. Hierauf fil-trire man dieselbe, (sollte sie, was oft der Fall ist, nur langsam