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Hydrargyrum sulphuratum rubrum.
Pulver durch wiederholtes Aufgiessen frischen Wassers, Absetzen-lassen und Dekantiren so lange aus, bis das Waschwasser nichtmehr alkalisch reagirt, befreie es endlich durch Schlemmen vonden stets beigemengten grauen schweren Theilen, sammle es aufeinem Filter und trockne es in gelinder Wärme. Die Ausbeutean reinem Cinnober beträgt ohngefähr so viel, als Quecksilber inArbeit genommen war.
Den meisten Vorschriften zur Darstellung des Cinnobers aufnassem Wege zufolge soll die Digestion (das Schütteln) in derWärme vorgenommen werden; ich habe aber auf diese Weiseimmer ein sehr missfarbiges Präparat erhalten.
Vorgang. Wird ätzende Kalilauge mit überschüssigem Schwe-fel gekocht, so geben 2 M.-G. Kali ihren Sauerstoff an '2 M.-G.Schwefel ab und bilden 1 M.-G. unterschweflige Säure = S 2 0 2 ,welche letztere sich mit 1 M.-G. Kali zu unterschwefligsauremKali = KO + S 2 0 2 vereinigt. Die ihres Sauerstoffs beraubten2 M.-G. Kali, nun Kalium, nehmen 10 M.-G. Schwefel auf undstellen 2 M.-G. höchstes Schwefelkalium = KS 5 dar.3 M.-G. KO und 12 M.-G. S bilden:1 M.-G. KO + S 2 0 2 und 2 M.-G. KS 3 .
1770 Theile wasserfreies Kali oder 6730 Theile Kalilaugevon 1,333 spec. Gewicht (worin 26,3 Procent Kali) bedürfen also2400 Theile Schwefel; ein kleiner Ueberschuss des letztern istaber nothwendig, damit man weiss, wann das Kali nichts mehraufnimmt. — Die Erfahrung hat nun gezeigt, das das höchsteSchwefelkalium fähig ist, fast 2 M.-G. Quecksilber in Cinnoberzu verwandeln, also 2 M.-G. Schwefel abzugeben und sich da-durch zu drittem Schwefelkalium = KS 3 zu reduciren. 2 M.-G.höchstes Schwefelkalium erfordern mithin fast 4 M.-G. Queck-silber oder 5000 Theile, oder 12 Theile Aetzkalilauge von 1,333spec. Gew. (nachdem sie durch Kochen mit überschüssigem Schwe-fel in höchstes Schwefelkalium verwandelt worden sind) 8 TheileMetall. Während des Schütteins entsteht erst schwarzes Schwe-felquecksilber (ohne Zweifel anfangs das niedrigste — Hg 2 S undnach und nach, durch Aufnahme von mehr Schwefel das höchste= HgS), diess nimmt aber allmählig die dem feinpräparirtenCinnober eigene rothe Farbe an. Diese Umwandlung der schwar-zen Farbe des höchsten Schwefelquecksilbers in die rothe hat mandurch den Uebergang dieser Verbindung aus dem amorphen Zu-stande in den krystallinischeu erklärt, indem man sich auf die