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Anleitung zur Darstellung und Prüfung chemischer und pharmaceutischer Präparate : ein auf eigene Erfahrungen gegründetes, insbesondere den Apothekern gewidmetes praktisches Hülfsbuch
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422
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Hydrargyrnm sulphiiralum nigrum.

Schwefel müssen daher jedenfalls als eingemengt betrachtet wer-den, und selbst von jenen 200 Th. Schwefel kann man annehmen,dass sie wenigstens zum Theil, nicht das höchste Schwefelqueck-silber, sondern das niedrigste = Hg 2 S darstellen, oder mit andernWorten, dass 1250 Th. Quecksilber weniger als 200 Th. Schwefelgebunden enthalten. Betrachtet man nämlich das Präparat, wennes mit Hülfe der Lupe keine Quecksilberkügelchen mehr erkennenlässt, unter dem Mikroskop, so findet man es der Hauptmassenach aus grauschwarzen Kügelchen bestehend, in welchem einzelneglänzende Theilchen metallisches Quecksilber zerstreut liegen.Die grauschwarzen Kügelchen verdanken ihre Farbe der chemischenVerbindung von Quecksilber mit Schwefel HgS oder Hg 2 S;diese Verbindung ist aber nur eine oberflächliche, denn im Innernder Kügelchen befindet sich freier Schwefel. Die gelben Kügelchender Schwefelblumen haben sich also mit einer Kruste von Schwe-felquecksilber umgeben, die einmal gebildete Kruste schützt denKern, daher das übrige, noch frei vorhandene Quecksilber, unge-achtet des fortdauernden Reibens, theils als solches in dem Pulververbleibt, theils die Verbindung HgS in Hg,S verwandelt.Steigert man die Temperatur, so wird um so weniger freiesQuecksilber bleiben, weil der Schwefel sich erweicht und demMetall leichter den Zutritt verschafft. Immerhin aber, selbst wennman den Schwefel schmilzt, besteht das Präparat neben Schwe-felquecksilber noch aus freiem Schwefel, dessen Farbe nurdurch die des Schwefelquecksilbers verdeckt wird.

Prüfung. Der mineralische Mohr ist ein schweres, schwar-zes, ein wenig in's Graue spielendes, geruch- und geschmack-loses Pulver. Es löst sich weder in Wasser, noch in Salzsäureoder verdünnter Salpetersäure; letztere nimmt höchstens eine ge-ringe Menge nicht gebundenen Quecksilbers auf. In einer untengeschlossenen Glasröhre erhitzt, verliert es zuerst Schwefel, wel-cher theils sich in dem kältern Theile der Röhre ansetzt, theilsdurch den gegenwärtigen Sauerstoff der Luft zu schwefliger Säureverbrennt, dann sublimirt Schwefelquecksilber und legt sich alseine glänzende eisengraue Masse an, welche durch Reiben rothwird; bleibt ein Rückstand, so war das Quecksilber oder derSchwefel nicht rein. Mit einer 45 mal Qinearisch) vergrössern-den Lupe dürfen in dem Präparate keine Quecksilberkügelchenmehr wahrgenommen werden.

Durch Vermengen mit gleichen Theilen feinpräpa-