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Anleitung zur Darstellung und Prüfung chemischer und pharmaceutischer Präparate : ein auf eigene Erfahrungen gegründetes, insbesondere den Apothekern gewidmetes praktisches Hülfsbuch
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Hydrargyrum purum.

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griffen, alle Metalle hingegen, welche zur Verfälschung desselbendienen, als Blei, Zinn, Zink, Antimon, werden oxydirt und inschwefelsaure Salze verwandelt, und ertheüen der überschüssigenSäure ein trübes Ansehen. Die Oxydation dieser Metalle geschiehtauf Kosten eines Theils Schwefelsäure, welche dadurch zu schwef-liger Säure reducirt wird und als solche entweicht. Vom Bleisollte man auf den ersten Blick eine derartige Veränderung nichterwarten, weil es, allein mit conc. Schwefelsäure Übergossen,nicht angegriffen wird; indessen kommen liier zwei der Oxydationdieses Metalls günstige Umstände in Betracht. Erstens befindetsich das mit Quecksilber amalgamirle Blei in einem hohen Gradevon Verkeilung, und zweitens wird der elektrische Gegensatzzwischen dem Blei und der Schwefelsäure durch die Gegenwartdes Quecksilbers gesteigert, mithin ihre Fähigkeit sich zu verbindenvermehrt. Metalle, wie Cadmium, Wismuth, welche auf die-selbe Weise aus dem Quecksilber entfernt werden könnten, hatman, wegen ihres hohen Preises, nicht Grund, im käuflichenQuecksilber zu vermuthen. Noch andere, mit dem Quecksilberamalgamirbare Metalle, als Silber, Gold, Platin, lassen sich durchBehandlung mit kalter Schwefelsäure nicht ausziehen, sondernwerden am besten durch Destillation gelrennt.

Prüfung. Das reine Quecksilber ist fast silberweiss miteinem Stich ins Graue, von starkem Glänze, leicht flüssig, ge-ruch- und geschmacklos, und besitzt ein spec. Gewicht von 13,5.Es ist flüchtig; schon bei gewöhnlicher Temperatur verdunstet esin ganz geringer Menge, bei 360° C. aber kommt es ins Kochen,und destillirt über, ohne einen Kückstand zu hinterlassen. Vonder Salpetersäure wird es schon bei gewöhnlicher Temperatur,von der Schwefelsäure erst in der Hitze und wenn die SäureConcentrin ist, aufgelöst, von der Salzsäure aber weder aufgelöstnoch angegriffen. In verschlossenen Gefässen aufbewahrt, erleidetes keine Veränderung; auch nicht in reiner Luft; steht es aberlängere Zeit in einer Schwefelwasserstoffdünsle haltigen Atmo-sphäre, so überzieht es sich mit einem grauen oder schwarzenHäutchen, welches Schwefelquecksilber ist. An dem reinen Spie-gelglanze und der Leichtflüssigkeit, ohne einen Schweif zu hinter-lassen, erkennt man schon einigermaassen die Reinheit des Queck-silbers, bestimmter aber durch Erhitzen einer kleinen Portion ineiner Retorte, welche zuletzt bis zum Glühen gebracht wird. Bleibtein Rückstand, so zerschlage man die Retorte, damit man ihn-

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