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Anleitung zur Darstellung und Prüfung chemischer und pharmaceutischer Präparate : ein auf eigene Erfahrungen gegründetes, insbesondere den Apothekern gewidmetes praktisches Hülfsbuch
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Ferrum oxydulatum sulphuricum.

V

Um 350 Theile Eisen aufzulösen, bedarf man also, abge-sehen von dem zur Verdünnung nothwendigen Wasser, 613 Theileeinfaches Schwefelsäurehydrat. In obigem Verhältnisse, 6 TheileSäure und 4 Theile Eisen, haben wir einen Ueberschuss desletztem, dieser schadet aber nicht und hat den Vortheil, in demEisen etwa verstecktes Kupfer nicht mit in die Auflösung gelan-gen zu lassen. Das meiste Eisen löst sich schon in der Kälteauf, und nur zuletzt muss die Reaotion durch Wärme unterstütztwerden. Ausser dem überschüssigen Eisen (welches nach derFiltration der Lauge mit Wasser abgewaschen, schnell getrocknetund zu einer neuen Arbeit aufgehoben wird) bleibt auf dem Fil-ter auch ein schwarzer kohliger Körper (wohl auch etwas Kiesel-erde) zurück. Selbst das beste Eisen enthält nämlich eine ge-ringe Menge Kohlenstoff, welcher theils chemisch gebunden, theilsmechanisch eingemengt ist; letzterer scheidet sich in schwarzenFlocken aus, der chemisch gebundene aber vereinigt sich im Mo-mente seines Freiwerdens mit Wasserstoff, entweicht als höchstesKohlenwasserstoff gas (Sumpfgas = CH 2 ) und ertheilt dadurchdem übrigen Wasserstoffgas den unangenehmen Geruch. DieQuantität des auftretenden Kohlenwasserstoffgases ist bedeutender,wenn man, statt reiner Schwefelsäure, den Aetherrückstand an-wendet, denn dieser enthält eine kohlige Materie aufgelöst (undverdankt ihr seine bräunliche Farbe), welche gleichfalls ihrenKohlenstoff an den Wasserstoff abgiebt, wodurch zu gleicher Zeiteine vollständige Entfärbung der Säure bewirkt wird. Bei An-wesenheit von Spuren Phosphors und Schwefels im Eisen enthältdas entweichende Gas auch Phosphorwasserstoff und Schwefel-wasserstoff, und riecht dann noch widerlicher. Die klar fütrirteSolution wird desshalb vor dem Krystallisiren (noch warm) mitetwas Schwefelsäure vermischt, weil sie sich sonst leicht höheroxydirt; durch die freie Säure bekommt aber das Salz gleichsameine in gewissem Grade schützende Decke.

Prüfung. Das reine schwefelsaure Eisenoxydul krystallisiitin bläulich-grünen, schief rhombischen Prismen, ist geruchlos,und besitzt einen anfangs salzigen, dann süsslich-zusammenzie-henden Geschmack. Es erfordert bei gewöhnlicher Temperaturkaum 2 Theile Wasser zum Auflösen, in der Kochhitze nochweit weniger; die Auflösungen reagiren sauer. Weingeist nimmtnichts davon auf. An der Luft überziehen sich die Krystalle durchVerlust von 6 M.-G. Wasser mit einem weissen Pulver = FeO