Druckschrift 
Anleitung zur Darstellung und Prüfung chemischer und pharmaceutischer Präparate : ein auf eigene Erfahrungen gegründetes, insbesondere den Apothekern gewidmetes praktisches Hülfsbuch
Entstehung
Seite
305
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Cuprum bichloratum.

3© 5

verschlossenen Glase vor dem Zutritt der Luft. Die Ausbeutebeträgt von 1 Theil aufgelösten Kupfers gegen 3 Theile.

Vorgang. Metallisches Kupfer wird von der Salzsäure allein(bei Abschluss der Luft) nicht angegriffen; wirkt die Luft mitein, so bildet sich durch den Sauerstoff derselben Kupferoxydul= Cu.0, welches mit 1 M.-G. Chlorwasserstoff: Kupferchlorürund Wasser erzeugt, von denen das erstere durch Hülfe der übrigen,freien Salzsäure aufgelöst erhalten wird. Kommt aber das Kupfermit einem Gemisch von Salzsäure und Salpetersäure (Königswasser)in Berührung, so entsteht, unter Entwicklung von Stickstoffoxyd(das sich beim Eintritt in die Luft zu braungelben Dämpfen vonüntersalpetersäure = N0 4 oxydirt), Kupferchlorid:

3 M.-G. Cu, 3 M.-G. HCl und 1 M.-G. N0 5 bilden:3 M.-G. CuCl, 3 M.-G. HO und 1 M.-G. N0 2 .1188 Theile Kupfer erfordern also 1365 Theile wasserfreie oder5250 Theile Salzsäure von 1,130 spec. Gewicht (worin gegen 26Proc. Säure) und 675 Theile wasserfreie oder 2500 Theile Sal-petersäure von 1,20 spec. Gewicht (mit 27 Proc. Säure). DieAuflösung erfolgt schon in der Kälte, und nur gegen das Ende, wennbereits die meiste Säure absorbirt ist, bedarf es der Unterstützungder Wärme, damit die Solution mit Kupfer gesättigt werde. DasAbdampfen muss desshalb gegen das Ende sehr vorsichtig ge-schehen, weil die Verbindung in starker Hitze, unter Abgabe vonChlor, in Kupferchlorür verwandelt wird.

Prüfung. Das Kupferchlorid bildet, vorsichtig abgedampft,eine aus smaragdgrünen Nadeln bestehende Salzmasse, ist ge-ruchlos, von zusammenziehend eckelhaft metallischem Geschmack,saurer Reaction und zerfliesst an der Luft. Wasser, sowie Wein-geist lösen es leicht auf. In der Hitze schmitzt es, verliert erstsein Wasser, dann die Hälfte des Chlors und hinterlässt Kupfer-chlorür als ein Liquidum, welches beim Erkalten zu einer gelb-braunen Masse erstarrt. Eine Verunreinigung mit Eisen, wo-von das käufliche Kupfer selten ganz frei ist, erkennt man durchSchütteln mit Aelzammoniak, wenn keine vollkommen klare (blaue)Auflösung entsteht, sondern gelbbraune Flocken (Eisenoxydhydrat)zurückbleiben. Das Kupfcrchlorid bildet nämlich mit dem Am-moniak eine leichtlösliche Verbindung von Chlorammonium undKupferoxyd-Ammoniak.

1 M.-G. CuCl, 2 M.-G. NH 3 und 1 M.-G. HO bilden.i M.-G. NH V C1 -|~ (NH, + CuO);

20