Chlorum aquosum. 293
Blase verbunden sind, stelle man die Flasche c vor, verschliesseaber ihre Mündung nur locker mit einem Streifen Blase, und um-gebe beide Flaschen niil schwarzem Papier, .letzt schütte mauzu der in der Entwicklungsflasche befindliehen Säure 1 Theilgepulverten Braunstein, verschliesse die Oeffnung durcheinen Korkstöpsel, in welchem der kürzere Schenkel der einenRöhre steckt, und gebe gelindes Kohlenfeuer. Die Gasentwick-lung, welche sogleich beginnt, wird gleichmässig fortgesetzt, undwenn in dem Wasser der Flasche e keine Blasen mehr empor-steigen, diese sogleich weggenommen, mit einem gutschliessendenGlasstöpsel versehen, und mit Papier umwickelt an einem dunkelnOrte aufbewahrt.
Geschieht die Bereitung des Chlorwassers im Winter beistarker Kälte, so hat man dahin zu sehen, dass das Wasser inden beiden Flaschen keine niedrigere Temperatur als + !0 U C.besitzt, widrigenfalls das Chlor mit dem Wasser ein krystallini-sches Hydrat bilden und die Röhren verstopfen würde.
Vorgang, Kommen Salzsäure und Braunstein (Mangansuper-oxyd tri MnO,) mit einander in Berührung, so geht der Sauer-stoff des letzteren an den Wasserstoff der Säure und bildet Was-ser, das Manganmelall verbindet sich mit der Hälfte des Chlorszu Manganchlorür, und die andere Hälfte Chlor entweicht gasför-mig. Der Zusatz des Wassers zur Säure hat den Zweck, dasChlor nicht zu rasch zu entwickeln, damit es von dem vorge-schlagenen Wasser in gehöriger Menge absorbirt werden kann.1 M.-G. MnO, und 2 M.-G. HCl bilden:2 M.-G. HO, 1 M.-G. MnCl und 1 M.-G. Cl
545 Theile reines Mangansuperoxyd bedürfen also 910 Theilewasserfreie Salzsäure oder 3500 Theile Säure von 1,130 spec.Gew. (worin gegen 26 pCt. wasserfreie) zur vollständigen Zer-legung. Da aber der Braunstein, wie er in der Natur vorkommt,niemals ganz rein ist, und ein Ueberschuss desselben nichts scha-det, so ist es, in Betracht seines billigen Preises, am besten,die Menge desselben zu verdoppeln, also statt 545 Th. 1090 Tb..,oder auf 3 Th. Säure 1 Theil zu nehmen. — Es bleibt nun nochnachzuweisen übrig, dass das mit 3 Theilen wässriger Salzsäure(von der angegebenen Stärke) entwickelte Chlor auch im Standeist, 30 Theile Wasser vollständig zu sättigen.
1 Volum Wasser absorbirt bei mittlerer Temperatur 2 Vo-lumina Chlorgas, und da 1000 Cumkoentimeler Wasser 1000 Gram-