Calcium sulphuratum sübialum. ÄS 1 !
löst, wesshalb das Gas nicht zu schnell hinzugeleitet werden darf.Demungeachtet entweicht doch eine gewisse Menge Gas unzer-setzt, ein anderer Theil desselben bleibt als solches in derMasse gebunden, und diese beiden Umstände sind Ursache, dassdie Quantität des Schwefeleisens mehr als verdoppelt werdenmuss. Das in dem gewöhnlichen Kalk stets vorhandene Eisenwird zu schwarzem Schwefeleisen, welches der Masse eine graueFarbe ertheilt.
Prüfung. Das Präparat stellt einen grauen, stark nachSchwefelwasserstoff' riechenden Brei dar, welcher stark alkalischreagirt und hepatisch schmeckt. Besitzt es diese Eigenschaftennicht mehr, so ist es zersetzt (was beim Zutritt der Luft ziemlichschnell geschieht, s. Calcium sulphuratum) und folglich unbrauchbar.
Calcium sulphuratum stibiatum
(Calcaria sulphuvala slibiala, Calx antimonii cum sulpfotre
Hoffmanni. Schwefelantimon- Schwefelcalcium , KaJkspiess-
glanzleber.)
Formel des auf trocknem Wege bereiteten: CaS -f- SbS 3 ,
xCaO + S0 3 , xCaO, xCaS + SbS s .
Formel des auf nassem Wege bereiteten: 3 CaS -f- SbS-,
xCaO + Sb0 5 , xCaO + HO.
Bereitung, a) Auf trocknem Wege. 4 Theile Kalkhy-drat, 1 Theil Schwefel und 1 Theil rohes Schwefel-spiessglanz, welche zusammen nicht über 2 Pfund betragendürfen, vermenge man in feingepulvertem Zustande innig mitein-ander, drücke das Gemenge in einen irdenen oder Graphit-Tiegelfest ein, bedecke es noch mit einer dünnen Lage Kalk, verschliesseden Tiegel mit einem Deckel und Lehm bis auf eine kleine Oeff-nung, erhitze ihn zwischen Kohlen anfangs gelinde, sobald eraber roth glühet, erhalte man ihn '/* Stunde lang in dieserTemperatur und lasse ihn dann erkalten. Die braune pulverigeMasse wird, nach Beseitigung der obersten Lage, in einem ver-schlossenen Gefässe aufbewahrt. Ihr Gewicht beträgt 5 Theile. —Die Vorschriften der Pharmakopoen stimmen nicht alle bei diesemPräparate überein, und liefern verschiedene Produkte, daher mansich immer an die Landespharmakopoe zu halten hat.