Calcium sulphurafum. 26»
Prüfung. Das reine Schwefelcalcium ist eigentlich ein weis-ses Pulver, spielt aber (vorzüglich wegen Eisen- und Mangan-gehalts der angewandten Materialien) immer mehr oder wenigerins Graue oder Röthiiche, was indessen behufs seiner Anwendungvon keiner Bedeutung ist. Das nach der ersten Vorschrift berei-tete sieht auch von noch beigemengter Kohle grau aus. Mit derLuft in Berührung riecht es schwach nach Hydrothionsäure. DieUrsache dieses Verhaltens liegt in dem Wasser- und Kohlen-säure-Gehalt der Luft, welche die Bildung von Schwefelwasser-stoff und kohlensaurem Kalk veranlassen:
1 M.-G. CaS, 1 M.-G. HO und 1 M.-G. C0 2 bilden:
1 M.-G. CaO + C0 2 und 1 M.-G. HS.Die Menge des dadurch erzeugten Schwefelwasserstoffs ist abersehr unbedeutend, denn gleichzeitig und weit energischer wirktder freie Sauerstoff der Luft oxydirend, nicht bloss auf das Cal-cium, sondern auch auf den Schwefel, wodurch zunächst unter-schwellige Säure und Kalk entstehen. Die Hälfte des Kalks ver-einigt sich mit der unterschwefligen Säure, und die andere Hälftemit der Kohlensäure aus der Luft.
2 M.-G. CaS, 4 M.-G. 0 und 1 M.-G. C0 2 bilden:
1 M.-G. CaO + S 2 0 2 und 1 M.-G. CaO + C0 2 .
Bei längerer Einwirkung (des Sauerstoffs) der Luft entsteht, wennalles Schwefelcalcium verschwunden ist, aus dem neutralen un-terschwefügsauren Kalke: Schwefel und schwefelsaurer Kalk.1 M.-G. CaO + S 2 0 2 und 1 M.-G. 0 bilden:1 M.-G. CaO + SO, und i M.-G. S.Das Endresultat der Zersetzung des Schwefelcalciums an der Luftist also: kohlensaurer Kalk, schwefelsaurer Kalk und Schwefel,oder :
2 M.-G. CaS, 1 M.-G. C0 2 und 5 M.-G. 0 bilden:
i M.-G. CaO + C0 2 , 1 M.-G. CaO + S0 3 und i M.-G. S.Die vollständige Zersetzung erfolgt aber erst nach ziemlichlanger Zeit.
Wasser nimmt vom Schwefelcalcium y soo seines Gewichtsauf; die Lösung reagirt stark alkalisch und schmeckt hepatisch.Sie muss, wenn das Präparat nach einer der unter b) angeführ-ten Vorschriften bereitet war, mit salzsaurcm Baryt eine starkeTrübung von schwefelsaurem Baryt geben; erfolgt dieselbe aberauch in der Lösung des nach a) bereiteten, so war entwederdie Reduction des schwefelsauren Kalks durch die Kohle nicht