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Anleitung zur Darstellung und Prüfung chemischer und pharmaceutischer Präparate : ein auf eigene Erfahrungen gegründetes, insbesondere den Apothekern gewidmetes praktisches Hülfsbuch
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Brucinum.

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ab (sollte der Rückstand zähe bleiben, so füge man etwas Koh-lenpulver hinzu), reibt die trockne Masse fein, schüttelt sie mitder vierfachen Menge absoluten Weingeists in einem ver-schlossenen Glase, wo möglich bei 0° Temperatur, 2 Tage lang,bringt auf ein Filtrum. wäscht den Rückstand so lange mit Wein-geist von derselben Stärke, bis er wasserhell abläuft, lost ihn inwarmem Wasser auf, erwärmt die Lösung so lange, bis jede SpurWeingeist verflüchtigt ist, und schüttelt sie mit 1 / im vom Gewichtder Brechnüsse gebrannter Magnesia mehrere Tage lang beigewöhnlicher Temperatur. Hierauf sammelt man den unlöslichenTlieil auf einem Filtrum, digerirl ihn, nachdem alles Flüssige mög-lichst vollständig abgelaufen ist, mit Weingeist von 90%, fillrirlund süsst mit Weingeist aus. Die geistige Lösung verdunstetman vorsichtig auf ein geringes Volumen und stellt sie in dieKälte. Es wird sich am Boden der Abrauchschale bald eineölähnliche Schicht bilden, die nach und nach zu einer krystalüni-sehen Masse erstarrt; man trocknet dieselbe, nach Entfernung derweiter einzudampfenden Mutterlauge, in ganz gelinder Wärme aus.Um grössere Kryslalle zu bekommen, löse man das Brueiu nocheinmal in der geringsten Menge Alkohol von 90%, und überlassedie Lösung dem freiwilligen Verdunsten. Die Ausbeute beträgtvon 10 Pfund (a 10 Unzen) Krähenaugen G Drachmen Brück)und ebensoviel Strychnin.

Vorgang. Das Brucin (sowie das Strychnin) befindet sichin den Brechnüssen an eine Säure gebunden, deren Natur indessennoch nicht genau ermittelt ist; nach Einigen soll es eine eigen-Ihümliche Säure (Igasursäure), nach Andern Milchsäure seyn.Schwacher Weingeist zieht beide Salze, nebst Exlraktivsloff, aus.Bieizucker schlägt aus den vom Weingeist befreieten Auszügeneinen grossen Tlieil Farbstoff, welcher an das Bleioxyd tritt, nie-der, während die Essigsäure des Bleizuckers frei wird, Die ge-brannte Magnesia sättigt eines Theils die freie Säure, andernTheils zerlegt sie die Salze der Alkaloide, verbindet sich auchmit deren Säure, und schlägt auf diese Weise die Alkaloide,welche im isolirten Zustande vom Wasser nur in sehr geringerMenge aufgenommen werden, nieder. Aus dem durch das Schüt-teln mit der Magnesia gebildeten Niederschlage zieht Weingeistdie Alkaloide, mit Zurücklassung der überschüssig zugesetztenMagnesia. Beim Abdeslilliren des Weingeistes fällt das Strychninzuerst heraus und in der Mutterlauge bleibt fast nur Brucin,