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Anleitung zur Darstellung und Prüfung chemischer und pharmaceutischer Präparate : ein auf eigene Erfahrungen gegründetes, insbesondere den Apothekern gewidmetes praktisches Hülfsbuch
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Berberinum muriaticum. 243

und entweder, zum medicinischen Gebrauch, sogleich in ganz ge-linder Warme getrocknet, oder noch einmal in wenig kochendemWasser aufgelöst und krystallisirt. Die Ausbeute beträgt gewöhn-lich i Proc. vom Gewicht der frischen Rinde.

Die Mutterlaugen liefern unmittelbar durch weiteres Ver-dunsten kaum noch so viel Berberin, dass es der Mühe lohnte,es zu sammeln; sie enthalten indessen noch einen beträchtlichenTheil davon, welcher sich erst nach jahrelangem Stehen aus-scheidet. Man verdunste sie daher in gelinder Wärme bis zumsteifen Sirup und bewahre diesen an einem kühlen Orte auf.Nach der angegebenen Frist verdünne man das Extrakt mit der34fachen Menge Wasser, kolire das Berberin ab, reinige esdurch Auflösen in kochendem Wasser und Krystallisiren, und ver-arbeite sämmlliche hiebei erhaltene Mutterlaugen auf Oxyaean-thin (s. diesen Artikel). Schneller erhält man das in derMutlerlauge noch befindliche, krystallisirbare Berberin, wenn mansie mit Salzsäure bis zur starksauren Reaction versetzt, einigeTage stehen lässt, die gebildete breiige Masse presst, mit kaltemWasser wäscht, den Pressrückstand in heissem Wasser löst, diesaure Reaction mit etwas Ammoniak abstumpft und die Lösungzum Krystallisiren in die Kälte stellt.

Vorgang. Das Berberin ist nicht, wie man früher annahm,ein säureähnlicher Farbstoff, sondern ein wahres Alkaloid, esbefindet sich in dem Berberitzenstrauche (Berberis vulgaris L.)als salzsaures Salz (wenigstens erhält man es auf die eben an-gegebene Weise als solches), und ertheilt den damit imprägnirtenPfianzentheilen eine schöne gelbe Farbe, ist aber nicht überall ingleicher Menge verbreitet. Die Wurzelrinde enthält es am reich-lichsten, eignet sich daher am besten zu seiner Darstellung; diezweckmässigste Zeit ihrer Einsammlung scheint der Monat Augustzu seyn. Durch das Wasser wird, ausser dem Farbstoff, nocheine grosse Quantität Extraktivstoff ausgezogen; um denselben zuentfernen, ist die Behandlung mit starkem Weingeist vorgeschrie-ben, welcher hauptsächlich nur das Berberin auflöst. Die weitereReinigung des Berberins beruht auf seiner ausserordentlichenLeichtlöslichkeit in heissem Weingeist oder Wasser, und seinerSchwerlöslichkeit in diesen Mitteln in der Kälte.

Prüfung. Das reine salzsaure Berberin ist ein lockeres schönhellgelbes, fein kryslallinisches (aus seidenglänzenden Nadeln be-stehendes) Pulver, ohne Geruch, von starkem, reinem und an-

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