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Anleitung zur Darstellung und Prüfung chemischer und pharmaceutischer Präparate : ein auf eigene Erfahrungen gegründetes, insbesondere den Apothekern gewidmetes praktisches Hülfsbuch
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223
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Aurum sesquichiorafum. 22.1

ist, worauf man die Schale sogleich vom Feuer nimmt, und ihrenInhalt bis zum vollständigen Erkalten umrührt. Die trockne gelbebis gelbbräunliche Masse muss noch wann in ein mit Glasstöpselversehenes Glas gethan, und dieses in schwarzes Papier einge-wickelt werden. Soll das Salz in regelmässigen Krystallen er-halten werden, so löse man die trockne Masse wieder in ihremgleichen Gewichte Wasser und überlasse die Flüssigkeit einer sehrlangsamen Verdunstung im Wasserbade. Es ist aber wegen derleichten Zerfliesslichkeit des Salzes schwierig, ganz trockne Kry-stalle zu bekommen; am besten und ohne Verlust gelingt es, wenndie concentrirte Lösung in dem als Standgeläss dienenden Glase,welches aber mehr weit als hoch und mit flachem Boden ver-sehen seyn muss, langsam (im Wasserbade) verdunstet wird.Die Ausbeute beträgt fast das Doppelte des aufgelösten Goldes.

Wasserfrei erhält man das Präparat, wenn die Salzmassenoch so lange erhitzt wird, bis sie dunkelroth aussieht und Chlorzu entwickeln anfängt. Der richtige Zeilpunkt, wo das Erhitzenaufhören muss, lässt sich indessen niemals so genau treffen, dassnicht etwas Chlorür entstehen sollte.

Vorgang. Beim Auflösen des Goldes ganz derselbe, wie beiAar. purum angegeben. Nimmt man Dueatengold, so muss dieAuflösung mit Wasser verdünnt und filtrirt werden, weil dieDucaten immer geringe Mengen Silber enthalten, welches sich inChlorsilber verwandelt und theilweise gelöst bleiben würde. DasAbdampfen der Goldauflösung darf, namentlich gegen das Ende,nur mit grösster Vorsicht geschehen, damit kein Gold reducirtwerde, daher die Schale öfter vom Feuer genommen und ver-sucht werden muss, ob ihr Inhalt beim Erkalten erstarrt. DasGold ist nämlich an das Chlor nur locker gebunden, und giebtes schon allein in der Hitze ab. daher auch die Darstellung deswasserfreien Goldchlorids, ohne beigemengtes Chlorür = AuCl(welches beim Zusammenkommen mit Wasser in Chlorid und Me-tall zerfällt: 3 M.-G. AuCl bilden 1 M.-G. A.uCl 3 und 2Au) nurschwierig gelingt.

Prüfung. Das Goldchiorid bildet, bis zum Sirup verdunstet,eine gelbbräunliche Salzmasse, schiesst aber bei langsamem Ver-dunsten in schönen gelben Nadeln an, welche 6 M.~G. Wasserund stets auch noch einen kleinen Antheil freie Salzsäure ent-halten, die jedoch der Anwendung des Salzes nicht schadet. Esist geruchlos und schmeckt unangenehm scharf und zusammen-