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Über die Ausführung der Metallveredlung. 9
Herzogs Philipp IL von Orleans bei Versuchen erhalten, die aufVeranlassung eines vornehmen Herrn zu dem Zweck angestellt wurden,aus Menschenexcrementen ein geruch- und farbloses Oel darzustellen,welches Quecksilber zu Silber umwandeln solle. Bekannter als diesesPräparat ist der Phosphor, den zuerst (1674) in Hamburg ein Al-chemist Brand, bei Versuchen erhielt, aus Menschenharn eine Flüssig-keit darzustellen, welche Silber zu Gold umzuwandeln vermöge (derseiner Zeit berühmte Chemiker Kunckel, der ohne weitere Kenntnifsvon diesen Versuchen, als welcher Art das Rohmaterial für die Be-reitung der sonderbaren neuen Substanz gewesen sei, die Darstellungder letzteren auffand, ist oft als der Entdecker derselben genanntworden).
_ Besonders angenehm mag nun auch den Alchemisten — denPhilosophen, wie sie sich gewöhnlich nannten — das Arbeiten mitderartigen Materialien nicht gewesen sein, aber über den Ekel halfhinweg, was überhaupt zu beharrlicher Bearbeitung der mannigfaltigstenSubstanzen bestimmte: der Anreiz, welchen die Möglichkeit glücklichenErfolges ausübte, das Vertrauen, dafs der Stein der Weisen mit denihm zugeschriebenen Eigenschaften existire und also auch zu erhalten sei.
Wohl mufste die Aussicht locken, sich selbst einen Adeptennennen zu dürfen, d. h. im Besitze des Geheimnisses zu sein, aus wasund wie der Stein der Weisen sich darstellen lasse: das Präparat,welches bei der s. g. Protection auf unedles Metall, d.h. in kunst-gerechter Weise mit erhitztem Quecksilber oder mit geschmolzenemBlei oder Zinn o. A. in Berührung gebracht eine unverhältnifsmäfsiggrolse Menge — nach der Versicherung alchemistischer Autoritätendas vieltausencl- und selbst vielbillionenfachc Gewicht von dem desangewendeten Steins der Weisen — des unedlen Metalles in bestes(jold umzuwandeln vermöge. Solche Wirkung komme allerdings nurdem zu gröfserer Vollkommenheit ausgearbeiteten Präparate zu;. aberwenn ein Alchemist bescheiden genug war, einzusehen dafs ihm viel-leicht nicht der höchste Preis seiner Bemühungen zu Theil werdenlri ege, so war für ausdauernde Bethätigung seines Eifers doch schonder Gedanke stimulirend, die Gewinnung eines Acccssits sei auch nichtzu verachten: die Erkenntnifs, wie der Stein der Weisen wenigstensln demjenigen unvollkommeneren Zustand zu gewinnen sei, in welchem