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1 (1886) Die Alchemie bis zum letzten Viertel des 18. Jahrhunderts
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Über anderthalb Jahrtausende hindurch ist behauptet und geglaubtworden, dafs Gold und Silber künstlich hervorgebracht werden können,und ist das Streben Unzähliger darauf gerichtet gewesen, zu wissenin welcher Weise Das zu Stande zu bringen: die s.g. Alchemie mitErfolg zu betreiben sei. Die Gewinnung dieser Erkenntnis, diewäre sie noch als möglich anzuerkennen so wie früher auch jetztals eine der Chemie zuständige zu betrachten wäre, ist nicht etwanur als ein naturwissenschaftliches Problem aufgefafst und Dem ent-sprechend von einer verhältnifsmäfsig kleinen Zahl von Forschernangestrebt worden, sondern in weitesten Kreisen, von Leuten jeglichenBerufes und Standes, auch von Solchen, denen die zu ihrer Zeit er-langten chemischen Kenntnisse ganz fremd waren, wurde versucht,herauszubekommen, wie Gold zu machen sei. Noch bis in das vorigeJahrhundert war der Glaube, dafs Dies möglich, und die Beschäftigungdamit, wie es zu bewirken sei, in verschiedenen Ländern und nament-lich in Deutschland so verbreitet, dafs daran wohl zu denken ist,wenn für die Beurtheilung der Bildungsstufe, zu welcher ein Volkzu einer gewissen Zeit gelangt war, nicht nur in Betracht gezogenwerden soll, welche Wahrheiten da anerkannt waren und welchenützliche Bestrebungen sich Bahn brachen, sondern auch, welcheirrige Vorstellungen noch herrschten und welchen nur auf Einbildungberuhenden Unternehmungen man sich noch hingab. Die Zahl Derer,die noch nach anderen Richtungen hin in Irrthum befangen waren,an Zauberei und- Geistererscheinungen z. B. glaubten, mag auch zuZeiten, in welchen die Alchemie besonders viele Anhänger hatte, einenoch gröfsere als die der Letzteren gewesen-sein; aber unvergleichlichviel mehr Menschen sind auch damals darauf ausgegangen, sich be-

Kopp, Die Alchemie. I. 1

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