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Elektrizität.
sucht werden kann. Auf diese Weise gelang es nachzuweisen, daßdie Radium-Emanation fast überall vorkommt, auch in der Luft,in tiefen Schächten, in Thermalquellen usw. Wahrscheinlich stammtsie von bestimmten Bestandteilen des Erdbodens her. — Es gibtauch eine Thor- und eine Aktinium-Emanation, die analoge Eigen-schaften besitzen.
§ 212. Ionisation von Gasen. Durch gewisse Einwirkungen (Ka-thoden-, Röntgen-, radioaktive Strahlen, ultraviolettes Licht, Flam-mengase usw.) können Gase, insbesondere auch Luft, die Fähigkeitbekommen, Elektrizität zu leiten. Zur Erklärung nimmt man•an, daß die Gasniolekülqj aus positiv und negativ elektrischen Teilchenzusammengesetzt sind, die sich unter gewöhnlichen Umständen neu-tralisieren. Durch die genannten Einwirkungen findet nun eine teil-weise Zertrümmerung der Gasmoleküle statt, so daß negative Elek-tronen [§ 207] frei werden. Da somit das elektrische Gleichgewichtgestört ist, müssen die Restatome positiv elektrisch sein. Man nenntdiese kleinsten Massenteilchen wieder (Gas-)Ionen, obwohl sie mitden Ionen der Elektrolyse [§ 185] nicht identisch sind, und unter-scheidet nach dem Gesagten negative Elektron-Ionen und positiveAtom-Ionen. Beide können wahrscheinlich noch weitere neutraleMoleküle an sich ziehen, so daß größere positive und negative Molekül-gruppen, sog. Mol-Ionen, entstehen. Zwar findet nach einiger Zeiteine spontane Wiedervereinigung der Ionen zu neutralen Molekülenstatt. Bis dahin aber sind eben freie Ionen vorhanden, die wie beider Elektrolyse unter dem Einflüsse eines elektrischen Feldes „wandern"können, wodurch ein Transport von Elektrizität, mit andern WortenLeitung der Elektrizität in dem betr. Medium stattfindet. Kommtnun z. B. ionisierte Luft in die Nähe eines geladenen Elektroskops,so werden von diesem die ungleichnamigen Ionen angezogen, welcheseine Ladung neutralisieren. Das Elektroskop wird also unelektrisch;seine Ladung ist scheinbar durch die Luft fortgeleitet worden. ImGegensatz zur Elektrolyse finden bei der Ionisation von Gasen keinechemischen Zersetzungen statt.
Die Größe der ionisierenden Kraft kann man z. B. dadurch messen,daß man ihren Einfluß auf die Entladungsgeschwindigkeit eines geladenenElektroskops prüft, nachdem man diese vorher unter gewöhnlichen Umständenfestgestellt hat. Auch kann man sich der Methode des Sättigungsstromsbedienen. Verbindet man z. B. zwei gegenüberstehende Metallplatten, zwischendenen sich Luft befindet, mit den Polen einer Batterie, so geht unter gewöhn-lichen Verhältnissen zwischen ihnen kein Strom über. Ionisiert man jetzt die Luftzwischen den Platten, indem man z. B. Röntgenstrahlen hindurchgehen läßt,so entsteht zwischen ihnen ein Ionenstrom. Vergrößert man die elektromoto-rische Kraft der Stromquelle, z. B. durch Einschaltung neuer Elemente, sowächst die Stromstärke entsprechend dem OHMschen Gesetz. Dies ist abernur so lange der Fall, wie von den Röntgenstrahlen genügend Ionen erzeugt