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Elektrizität.
ändert. Man kann auch sagen: Die in einem geschlossenen Leiterinduzierte elektromotorische Kraft ist proportional der Änderung derKraftlinienzahl, die pro Sekunde in der von ihm begrenzten Flächeerfolgt. Zur Erzielung starker Induktionsströme wird man also erstensdie Feldstärke/des primären Stromes bzw. Magneten möglichst großmachen; bei einem Solenoid wird man z. B. dessen Feld durch einenEisenkern verstärken. Zweitens wird man als sekundären Stromkreiseine Spule mit möglichst zahlreichen Windungen wählen, da dieelektromotorischen Kräfte der einzelnen Windungen sich wie beihintereinander geschalteten galvanischen Elementen summieren. Drit-tens wird man für rasche Unterbrechung des primären Stromes bzw.schnelle Rotation im magnetischen Felde sorgen.
§ 200. Selbstinduktion. Extraströme. Induktion findet nicht nurvon einem primären auf einen sekundären Stromkreis statt, sondernauch innerhalb des primären Stromkreises selbst, natürlich aber nurbei Schwankungen der Stromstärke bzw. beim Schließen und Offnendes Stromes. Diese sog. Selbstinduktion kommt zwar auch beigeraden Stromleitern vor, die man sich ja in der Längsrichtung auseinzelnen nebeneinanderliegenden und somit sich beeinflussendenTeilen zusammengesetzt denken kann; besonders tritt sie aber inSpulen auf, wo jede Windung nicht nur auf sich selbst, sondern auchauf die benachbarten wirkt. Die durch Selbstinduktion hervorge-rufenen Ströme heißen Extraströme; am wichtigsten ist der Schlie-ßungs- und Öffnungs-Extrastrom. Nach dem LENZschen Ge-setze müssen die Extraströme, wie alle Induktionsströme, eine der-artige Richtung haben, daß sie den Intensitätsschwankungen desHauptstromes, durch die sie ja entstehen, entgegenwirken. Hierbeiist wieder Schließen als plötzliches Ansteigen der Stromstärke vonNull auf einen bestimmten Wert, Offnen als plötzliches Absinkenauf Null zu betrachten. Der Schließungsextrastrom hat alsoentgegengesetzte Richtung wie der Hauptstrom. Erschwächtdenselben und bewirkt, daß er nur allmählich seine volle Stärke er-reicht. Der Öffnungsextrastrom dagegen hat dieselbe Rich-tung wie der Hauptstrom. Wird dieser durch die Öffnung unter-brochen, so bleibt in der Strombahn noch die gleichgerichtete elektro-motorische Kraft des Öffnungsextrastroms wirksam, die so groß ist,daß sie die Unterbrechungsstelle in Form des sog. Öffnungsfunkensüberbrücken kann. Die Selbstinduktion wirkt also sowohl bei Strom-schluß wie bei Stromöffnung hemmend bzw. verzögernd auf denHauptstrom; sie kann gewissermaßen als eine Art „elektrische Träg-heit" betrachtet und mit dem Schwungrad bei Maschinen in Parallelegesetzt werden. Da nun die Stromstärke des Hauptstromes bei derSchließung nur langsam zur vollen Höhe anwächst, bei der Öffnung