Ursprung und Ausbreitung des Lichtes.
97
meter 1 , Apparate zur Messung der Lichtstärke, worunter man dieGesamtheit des von einer Lichtquelle ausgehenden Lichtes versteht.Denn aus der leicht zu messenden Entfernung, die zwei Lichtquellenhaben müssen, um dieselbe Wirkung zu erzielen, ist nach diesem Gesetzedas Verhältnis ihrer Intensität ohne weiteres zu berechnen. Bei demRuMFORüschen Photometer werden die beiden zu vergleichenden Licht-quellen so aufgestellt, daß die von ihnen auf einen Schirm geworfenenzwei Schatten eines Stabes gleich dunkel sind. Das sehr zweckmäßigeFettfleckphotometer von Bunsen beruht darauf, daß ein Fett-fleck auf Papier im durchfallenden Lichte hell, im auffallenden dunkelerscheint und ganz verschwindet, wenn die auf entgegengesetztenSeiten stehenden Lichtquellen gleiche Wirkung ausüben. Als (will-kürliche) Einheit der Lichtstärke, gewöhnlich als HEFNER-Kerze(HK), auch Kerze schlechtweg bezeichnet, benutzt man das Lichtder v. HEFNER-ALTENECKSchen mit Amylacetat gespeisten Lampe bei40 mm Flammenhöhe. Unter Beleuchtungsstärke versteht mandie auf die Flächeneinheit (1 qcm) fallende Lichtstärke. Einheit ist dieMeterkerze oder Lux 2 , d. h. die Lichtmenge, die von einer Normal-kerze auf die im senkrechten Abstand von 1 m befindliche Flächen-einheit fällt. In diesem Maße drückt man die „indizierte Helligkeit"aus, d. i. die Helligkeit an einem gegebenen Punkte. Beim Lesen solldie indizierte Helligkeit etwa 50 Meterkerzen betragen.
Die ganze Photometrie hat den Mangel, daß es eine absolute Einheit derLichtintensität noch nicht gibt, und daß sie ferner auf die subjektive Empfin-dung des Beobachters angewiesen ist. Nun Hat aber selbst bei ein und dem-selben Beobachter die Pupille bei verschiedener Lichtstärke nie dieselbe Weite,es werden also nie gleichgroße Netzhautflächen getroffen.
§ 110. Lichtgeschwindigkeit. Das Licht pflanzt sich mit großerSchnelligkeit fort. Es durchläuft in 1 Sekunde ca. 300000 km oder40000 Meilen. Die erste Bestimmung rührt von Olaf Römer her.
Befindet sich die Erde zwischenSonne und Jupiter, etwa in E (Fig. 81),so ist das Intervall zwischen zwei auf-einanderfolgendenVerfinsterungeneinesder vier Jupitermonde stets gleich, näm-lich 42 y 2 Stunden. RÖMER hatte aufGrund dieser Beobachtung die Ver-finsterungen für längere Zeit vorausberechnet; als nun die Erde inzwischenauf ihrer Bahn nach E* gekommen war,trat die Verfinsterung ca .1000 Sekun-den später ein, als berechnet. Dieskann nur darauf beruhen, daß das Licht jetzt 1000 Sekunden mehr braucht,um zur Erde zu gelangen, die jetzt um den Durchmesser der Erdbahn,
i <pöbs Ganitiv yxurös Licht,- fiitqov Maß. — 2 lux Licht.Guttmann, Grundriß der Physik. 17.—20. Aufl.