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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmaceuten : mit 185 Abb.
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Allgemeine Wellenlehre.

ständnis ausgehen wollen. Fällt nämlich ein Stein ins Wasser, soentstehen bekanntlich um diesen Punkt konzentrische Kreise, dieimmer größer und zugleich schwächer werden. Hierbei wechselnstets Erhebungen über das allgemeine Niveau (Wellenberge) mitSenkungen (Wellentälern) ab. Durch den niederfallenden Steinwird nämlich ein Druck aufs Wasser ausgeübt; es entsteht daher andieser Stelle ein Wellental. Das hierdurch verdrängte Wasser mußausweichen, und da dies am leichtesten nach oben möglich ist, so ent-steht rings um den Störungsmittelpunkt ein Wellenberg. Durchden Einfluß der Schwere sinken aber die gehobenen Wasserteilchenwieder zurück, sogar unter das Niveau, ebenso wie ein Pendel nacheinem Ausschlag über den Ruhepunkt nach der anderen Seite hinaus-geht. Dort, wo eben ein Wellenberg war, entsteht somit jetzt einWellental. Die dadurch verdrängten Teilchen bilden wieder, wiezuerst, um das Wellental einen kreisförmigen Wellenberg, und sosetzt sich das Spiel fort, bis endlich die Welle erlischt resp. durchein Hindernis vernichtet wird. Schon aus dieser Beschreibung gehthervor, daß bei der Wellenbewegung nicht die Wassermasse selbsthorizontal verschoben wird, wie es zuerst scheinen könnte. Ein ein-facher Versuch bestätigt das: Ein Stückchen Holz nämlich, das aufdem Wasser schwimmt, bleibt ruhig auf derselben Stelle, währenddie Wellen unter ihm fortschreiten. Genauere Aufschlüsse gaben dieUntersuchungen der Gebrüder Weber. Sie zeigten, daß die einzelnenWasserteilchen kleine Kurven beschreiben, gewöhnlich Kreise oderEllipsen. Fig. 5.3 zeigt, wie dadurch eine Wellenbewegung zustandekommt. Es stellen I IX benachbarte Wasserteilchen im Stadiumder Ruhe vor. Wenn nun I eine Schwingung (Oszillation 1 ) aus-führt, werden auch die andern Teilchen, z. B. bis VIII, dazu ver-anlaßt, nur daß jedes folgende immer etwas später damit beginnt.In Fig. 53 ist nun der Fall dargestellt, daß I eben eine ganze Schwingung

in der Richtung des Pfeils vollendet hat, also sich in Punkt 1 seinerBahn befindet. Dann ist II noch nicht so weit, sondern erst in 8,III in 7 usw. Verbindet man die Stellung der einzelnen Teilchen,so resultiert eine Wellenlinie, und zwar stellt der Teil derselben

oscillo sich schaukeln.