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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmaceuten : mit 185 Abb.
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Gesetze der luftförmigen Körper.

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Da nun ein und dieselbe Gasmenge in einem größeren Räume wenigerdicht ist als in einem kleineren, so heißt das Gesetz auch:

Bei gleichbleibender Temperatur ist die Spannungeines Gases der Dichte proportional.

Da p, v 1 = p 2 V 2 = Px v x i § t; so folgt daraus, daß pv für eine be-stimmte Gasmenge (bei derselben Temperatur) eine konstanteGröße vorstellt [vgl. § 82]. Das BovLE-MARiOTTEsche Ge-setz gilt indes nur innerhalb bestimmter Grenzen.

§ 49. Auf diese Gesetzen beruhen u. a. folgende Er-scheinungen :

Das Saugen geschieht dadurch, daß im Munde ein luftverdünn-ter Raum hergestellt wird, in den durch den äußeren LuftdruckFlüssigkeit hineingetrieben wird. Man benutzt oft eine _PijiS.tte da-zu, d. i. eine beiderseits offene graduierte Glasröhre mit Bauch in derMitte (Fig. 42). Nimmt man sie nach dem Ansaugen ans dem Mundeund hält schnell das obere Ende mit dem Finger zu, so kann die j,. , QFlüssigkeit nicht herausfließen, da sie vom äußeren Luftdruck getragenwird. Man kann übrigens mittels einer Pipette auch ohne An-saugen Flüssigkeit aus einem Behälter entnehmen, wenn man siein denselben unverschlossen eintaucht, wobei sie sich entspre-chend dem Flüssigkeitsriiveau füllt, und dann beim Heraushebendas obere Ende zuhält (Stechheber").

Das Einatmen beruht darauf, daß der Brustraum durchdie Atmungsmuskeln erweitert wird, wodurch gleichzeitig eineAusdehnung der Lungen bedingt, ist. Dadurch entsteht inner-halb der Lungen eine Verdünnung der Luft bzw. Erniedrigungdes Luftdrucks, und zum Ausgleich strömt Luft vonaußen her in die Lungen. Beim Ausatmen ist es um-gekehrt. "

Der Schenkelheber (Fig. 43) besteht aus einer ge-krümmten Bohre, deren eines Ende in die Flüssigkeit ctaucht. Solange bei a gesaugt wird, fließt natürlich wiederwegen der Differenz des Luftdruckes die Flüssigkeitdurch die Bohre nach unten. Dies dauert aber noch fort,auch nachdem das Saugen aufgehört hat. Denn sonstwürde ja bei b ein luftleerer Baum entstehen. Es ist ohneweiteres klar, daß der aufsteigende Schenkel des Hebers,wenn die Flüssigkeit z. B. Quecksilber ist, nicht höherals 76 cm sein darf.

Wasserpumpen sind Apparate, um Wasser in dieHöhe zu befördern.

Die Saugpumjjen haben folgendes Prinzip: In dem Saugrohr a (Fig. 44.)ist. oberhalb des Wasserspiegels ein Ventil b (Bodenventil), das sich nur nachoben öffnet. Darüber kann der in der Mitte durchbohrte Kolben c durch dasHebelwerk d wasser- und luftdicht auf- und niederbewegt werden. Die Öffnungim Kolben ist durch ein Kolbenventil geschlossen, das sich auch nur nach obenöffnet. Wird nun der Kolben von unten nach oben gezogen, so entsteht unterihm ein luftverdünnter Baum, in den Wasser einströmt. Da nun durch dasBodenventil nichts zurückfließen kann, sammelt sich nach einigen Zügen! über

Fig. 43.

Fig. 44.