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Allgemeine Grundbegriffe. 9
wegung, auch wohl lebendige Kraft 1 genannt, ist die Arbeitsfähig-keit eines bewegten Körpers, also die Energie, die ein Körperjeden Augenblick durch seine Bewegung besitzt. Sie entspricht derArbeit, die er leistet, wenn er diese Bewegung verliert. So kann z. B.ein abgefeuertes Gewehrgeschoß infolge seiner großen Geschwindig-keit trotz seiner geringen Masse einen viele Kilogramm schweren Stein-block usw. verschieben.
Als eine Form der Arbeit wird die kinetische Energie ausgedrücktmv
durch Ft
t
■s.
Da es sich hier nun um eine gleichmäßig be-
schleunigte Bewegung handelt, bei der die Geschwindigkeit am An-fange 0, am Ende v ist, so ist hier nach § 10 s = — vt. Daraus folgt:
kinetische Energie =
12 Vt -
1
mv-.
mvT-~2 Vt= 2
Die kinetische Energie ist also direkt proportional der Masseund dem Quadrate der Geschwindigkeit. Bei der Wucht, wie diekinetische Energie auch noch genannt wird, spielt also die Geschwin-digkeit des bewegten Körpers die Hauptrolle.
Potentielle oder statische Energie 2 , auch Energie der Lageoder Spannungsenergie (früher auch Spannkraft) genannt, ist die ineinem ruhenden Körper durch eine vorangegangene andere Arbeits-leistung gewissermaßen aufgespeicherte Energie. Hier leistet einKörper zwar noch nicht Arbeit, aber er besitzt vermöge seiner Lageoder Spannung die Fähigkeit, sie jeden Augenblick zu leisten. Soerklären sich die Namen. Ein Stein auf dem Dache hat z. B. durchseine Lage zur Erdoberfläche potentielle Energie; denn wenn er fällt,kann er Arbeit leisten. Hieraus geht schon hervor, daß potentielleEnergie eine relative Größe ist, da man ja von Lage eines Punktesimmer nur in Beziehung auf einen andern sprechen kann. Also einStein auf dem Dache hat potentielle Energie in bezug auf das Niveauder Erdoberfläche, ein Stein auf dieser potentielle Energie etwa inbezug auf einen tiefen Schacht usw. Auch die Atome in einem Molekülbesitzen potentielle Energie, wie sich dies besonders markant bei denexplosiven Körpern zeigt. Wenn durch äußere Einwirkung die Mole-küle gesprengt werden, so nehmen die Atome zueinander ganzandere Lagen ein; es entstehen Gase mit großem Ausdebnungs-bestreben, wodurch die Sprengwirkung erklärt wird. Auch eine ge-spannte Feder hat potentielle Energie.
' Die „lebendige Kraft" ist also im heutigen Sinne keine Kraft, sonderneine Form der Energie; dasselbe gilt von der „Spannkraft", währenddie „Pferdekraft" ein bestimmter Effekt ist. — 2 Von potens fähig etwaszu tun.