Cadinen: Vorkommen, Isolierung usw.
553
"weiterhin häufig konstatiert, namentlich auch in den Nadelölen vielerPinaceen usw.
Alsdann muß hervorgehoben werden, daß verschiedene rechtsdrehendeSesquiterpene in Fraktionen von Rohölen aufgefunden wurden, welcheebenfalls Dichlorhydrat vom Smp. 117—118° lieferten, die aber links-drehten; vgl. Beckuets und Teoeger (Ar. 235 [1897], 518; 235, 634; 236,397). Sie weisen in einer Fraktion vom Sdp. 260—270° des Angostura-rindenöls einen Körper C 16 H 26 0 nach, welcher inaktiv ist und leicht Wasserabspaltet; sie nennen diesen Alkohol „Galipol". Mit Essigsäureanhydridgewinnen sie aus dem inaktiven Galipol das aktive „Galipen" ( + 18°).Während das ursprüngliche Ol links drehte, der Alkohol inaktiv war,drehte das Galipen rechts. B. und T. kommen schließlich zu der An-sicht, daß im Galipen im wesentlichen Cadinen vorliegt, welches aberdurch die Behandlung mit Säuren invertiert wird.
v. Soden (Pharm. Ztg. 45 [1900], 229, 878) erhält ein rechtsdrehendesSesquiterpen aus dem Amyrol des westindischen Sandelholzöls, welcheser „Amyren" nennt. — Deussen (Ar. 238 [1900], 149 und 240, 288)beobachtet, daß das westindische Sandelholzöl in der Tat ein rechts-drehendes Sesquiterpen {a D = + 27° 18') enthält, aus dem er durch Ein-leiten von Salzsäure linksdrehendes Cadinenchlorhydrat gewinnt ([«]x> —— 36,65° in Chloroform). D. ist der Meinung, daß d-Cadinen durch In-vertierung in 1-Cadinen übergeführt sei. Durch wiederholte Fraktionierungüber Natrium gewann er ein Sesquiterpen: Sdp. 260—261°, d lf> = 0,9247,a D = + 50°, n D = 1,5108, ferner wurde ein schwächer nach rechtsdrehender Kohlenwasserstoff C 15 H 24 erhalten, der jedoch kein festes Chlor-hydrat lieferte und in seinen Eigenschaften mit dem „Galipen" überein-stimmte. Das aus dem 1-Cadinenhydrochlorid regenerierte 1-Cadinensiedete von 264—266° (unkorr.) und hatte a D =-89° bis -108°.
Reychlee (Bl. III, 11, 576, 1045) fand, daß sich die Drehung desSesquiterpens im Ylang-Ylangöl usw. durch Destillation unter gewöhn-lichem Druck änderte.
Sch. u. Co. (Sch. 1892, I, 41) geben für ein Cedrelaholz von Cubaeine optische Drehung von + 18° 6' bei 100 mm an, welches große Mengendes linksdrehenden, bei 118° schmelzenden Sesquiterpendihydrochloridslieferte; für Cedrelaholz von Nikaragua fanden sie (Sch. 1902, I, 89):d 15 = 0,9212, a D -=— 46° 50'; es gab ebenfalls linksdrehendes Cadinen-dihydrochlorid, und zwar a v (in 5°/ 0 iger Ätherlösung) —1°36', währendjenes aus Cuba-Cedrelaholz —1°34', aus Pfefferminzöl —1°50', ausKampferöl —1°30' drehte. Das aus dem Chlorhydrat regenerierte Cadinenzeigte Sdp. 4 = 128—130°, d n = 0,9244, or D = -99°6'. — Aus allendiesen Angaben konnte man schließen, daß ev. in der Natur rechts- undlinksdrehendes Cadinen vorkommt, welche aber dasselbe linksdrehendeDihydrochlorid liefern, indem durch Einwirkung der Säuren Invertierungstattfindet. Geimal (C. r. 135 [1902], 582 und 1057) fand nun, daß dasätherische Öl der Atlasceder (Cedrus allantica, einer Varietät von GedrusLibani) ein ätherisches Öl liefert, das in den höher siedenden Anteilen