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2 (1906) Hydriert-cyklische Verbindungen; Kohlenwasserstoffe
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Sesquiterpene: Einteilung (geschichtlich)

Limonen und Dipenten, letzteres hatte man noch nicht als i-Limonenerkannt, Terpinen und Phellandren scharf voneinander unterscheiden;die olefinischen Terpene waren noch nicht entdeckt. Von den Sesqui-terpenen wußte man weniger, allerdings war bis zum Jahre 1887 dieKonstitution auch noch nicht eines einzigen Terpens erschlossen worden;aber man wußte doch, daß Pinen einem bicyklischen System angehörte;über das Kämpfen war man sich noch nicht einig; auch hatte man fest-gestellt, daß das Limonen und Dipenten monocyklisch doppelt ungesättigtsind. Bei den Sesquiterpenen war nach dieser Richtung hin nichts be-kannt; man wußte nicht, ob ihre einzelnen Repräsentanten olefinisch, mono-cyklisch, bicyklisch usw. waren, geschweige denn, daß man einen weiterennäheren Einblick in die Konstitutionsverhältnisse gehabt hätte.

Diese Lage änderte sich in der letzten Periode 1887 bis zur Gegen-wart; die häufiger vorkommenden Terpene sind fast sämtlich in ihrerKonstitution aufgeklärt worden. Durch die Entdeckung Semmlebs (B. 24[1891], 683), daß die Existenz olefinischer Terpene möglich ist, als dasGeranien C 10 H 16 aus G-eraniol gewonnen war, und nachdem derselbeForscher (Chem. Ztg. 13 [1889], 1158) das Carlinen C 15 H 24 aufgefundenund aus seinen physikalischen Daten das Vorhandensein olefinischer Sesqui-terpene vermutet hatte, war ein weiterer Fingerzeig für die Konstitutionder Sesquiterpene gegeben. Es ließ sich nun nicht mehr von der Handweisen, daß unter den Sesquiterpenen Repräsentanten olefinischer, mono-cyklischer, bicyklischer und polycyklischer Ringsysteme vorhanden sind.

Als nächste Arbeit ist jene Wallachs und Walkers aus dem Jahre1893 (A. 271, 285) zu erwähnen. Es gelingt diesen Forschern eine Ver-bindung zu entdecken, welche gestattet, ein zweites Sesquiterpen neben demCadinen (früher Cubeben genannt; die Nomenklatur des letzteren vgl. a. a. 0.,S. 297) zu gewinnen; es war dies der aus dem Caryophyllen nach demBEETEAMSchen Verfahren gewonnene Alkohol C 16 H 26 0 vom Smp. 96°.Das Cadinen war im Cubebenöl, Oleum Sabinae, Oleum cadinum, Betel-,Kampfer-, Galbanum-, Patschuli-, Wacholderbeeren-, Asa foetida-, Coto-rinden- und Olibanumöl festgestellt worden, während das Caryophylleusich außer im Nelkenöl auch im Copaivaöl konstatieren ließ. A. a. 0.,S. 296 kommt Wallach auf die Einteilung der Sesquiterpene zurück undspricht die Ansicht aus, daß sich im wesentlichen zwei Gruppen unter-scheiden ließen, von denen die eine, zu der das Cadinen gehört, zwei dop-pelte Bindungen enthält, während die andere nur eine doppelte Bindungaufweist, und zu der das Cloven zu rechnen ist, ein Kohlenwasserstoff,welchen Wallach aus dem Caryophyllenhydrat darstellte. Wir habenalso hier eine Einteilung, wie sie früher Beühl bereits angedeutet hatte.

Wallach (A. 279, 391) bringt weitere Beiträge zur Charakteristikder Sesquiterpene; es werden Derivate des Caryophyllens angegeben, so-dann wird über das Patschulen, den künstlich aus dem Patschulialkoholdarstellbaren Kohlenwasserstoff, ebenso über das Guajen berichtet.

In den darauf folgenden Jahren bis zur Gegenwart ist eine große Anzahlvon Arbeiten, welche die Sesquiterpene betreffen, veröffentlicht worden;