Druckschrift 
2 (1906) Hydriert-cyklische Verbindungen; Kohlenwasserstoffe
Entstehung
Seite
402
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

402

Terpinolen: Chemische Eigenschaften

1

(v. Baexee, B. 27, 444), Smp. 103°, und dieses gibt mit Eisessig-Bromwasser-stoffsäure wie das freie Dibromterpineol das Tribromid vom Smp. 110°.Um die Lage der doppelten Bindung in dem Terpinylacetat festzustellen, ließv. Baeyee (B. 27, 445) auf die Lösung des Terpinylacetats in alkoholischerSalzsäure eine konzentrierte wäßrige Lösung von Natriumnitrit einwirken.Die Flüssigkeit färbte sich sofort rein blau und auf Zusatz von Eis schiedensich blaue Oltropfen aus, die alsbald fest wurden; diese bestanden aus demNitrosochlorid des J 4(8, -Terpen-l-olacetats

CIL CH,

C 12 H 20 0 3 NC1

es soll hierbei unentschieden bleiben, ob die Stellung der Nitrosogruppeund des Chloratoms nicht die umgekehrte ist. Das Nitrosochlorid bildetspitzige, himmelblaue, atlasglänzende Blätter vom Smp. 82°. In Brom-wasserstoff-Eisessig löst sich das Nitrosochlorid des Terpinylacetats mitbrauner Farbe. Nach kurzem Stehen scheiden sich farblose Kristalle ab;hierbei findet eine Reduktion der Nitrosogruppe zur Hydroxylamingruppestatt, wobei Brom frei wird; gleichzeitig wird der Essigsäureester durchBrom ersetzt und es entsteht das bromwasserstoffsaure Salz einer gleich-zeitig gebromten und gechlorten Hydroxylaminbase, eines Chlor-Brom-Hydroxylamin-Terpans. Diese Umsetzungen wurden genauer studiert vonv. Baeyee und Blau (B. 28 [1895], 2292) am

Nitrosobromid des J* (8, -1-Terpinylacetats C 12 H 20 BrO 3 N. DiesesNitrosobromid wird analog dem Nitrosochlorid dargestellt und besitzt auchdenselben Schmelzpunkt wie dieses (81-82°); es bildet blaue Nadeln.Eisessig-Chlorwasserstoff wirkt auf die blaue Verbindung nicht ein. Eis-essig-Bromwasserstoff löst dagegen unter Braunfärbung, welche vermiedenwird, wenn man der Lösung etwas roten Phosphor hinzusetzt; allmählichscheidet sich

die Verbindung C 10 H 17 Br. NH 2 OBr HBr =

CNHOH-HBr

CBrH 2 C[^NCH 2H 2 clJcH 2

CBr

CH 3

ab, Smp. 182184°. Hiernach muß die Bromwasserstoffsäure einmal denEssigsäurerest durch Brom ersetzt haben, alsdann muß aber auch die