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1 (1914)
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303
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Bromverbindungen.

Man bringt den Ätzkalk in Kammern aus Steinzeug odergeteerten Sandsteinplatten und leitet Chlor ein, das unter Wärme-entwickelung absorbiert wird; die Temperatur soll 50° nichtübersteigen. Chlorkalk wird als Bleich- und Desinfektionsmittelin großen Mengen angewendet.

Leitet man Chlor in die Lösung eines Alkalis, so bilden sich,je nach der Temperatur, sauerstoffhaltige Verbindungen, dieChlorsäuren, bzw. ihre Salze. Unterchlorigsaures Kalium oderNatrium (Natriumhypochlorit) wird durch Einleiten von Chlorin Natronlauge dargestellt:

2 Na OH + Cl 2 = NaOCl + H 2 0

Natronlauge Chlor Natriumhypochlorit Wasser.Die Hypochlorite zeichnen sich durch hohe Bleichwirkung aus,die „Fleckwässer" des Handels sind meist Lösungen dieser Salze.

Kaliumchlorat, KC10 3 , wird durch Einwirkung von Chlorauf Kalkmilch bei höherer Temperatur erhalten; es entstehtzunächst Kalziumchlorat, das sich mit Chlorkalium zu Kalium-chlorat umsetzt. Hypochlorite und Chlorate werden gegenwärtigfast allgemein nach elektrolytischen Verfahren erhalten, indemman Chlornatrium, bzw. Chlorkalium der Elektrolyse unterwirft.

Schmilzt man Kaliumchlorat, so geht es unter Sauerstoff-abgabe in Kaliwnperchlorat, KClO t , über. Perchlorate werdenin der Sprengtechnik und in der Feuerwerkerei verwendet. Gegen-wärtig werden die Perchlorate ebenfalls allgemein auf elektro-lytischem Wege dargestellt, wobei Chlornatrium als Ausgangs-material dient. Zunächst entsteht Chlorat und durch fort-gesetzte Elektrolyse Perchlorat, durch doppelte Umsetzung mitden betreffenden Chloriden läßt sich dann das Kalium- bzw.Ammoniumsalz darstellen.

c) Bromverbindungen.

Brom, im freien Zustande ein flüssiges, dunkelrotbraungefärbtes Element von widerlichem Gerüche, kommt im Meer-wasser vor, wird aber gegenwärtig aus den Endlaugen der Ver-arbeitung der Staßfurter Kalisalze dargestellt. Seine Darstellunggeschieht analog der des Chlors, indem man die bromnatrium-und bromkaliutnhaltigen Endlaugen mit Braunstein und Schwefel-säure destilliert. Auch auf elektrolytischem Wege wird heuteschon sehr viel Brom gewonnen, außerdem stellt man viel Eisen-bromürbromid her, das mit kochender Pottaschelösung Brom-

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