Halogene und Halogenverbindungen.
soll durch das Diaphragma erschwert werden. Die Betriebe,in denen unter Verwendung einer Tonzelle, eines „Diaphragmas",elektrolysiert wird, erlauben meist keine ununterbrochene Elektro-lyse. Bei Verwendung von Kohlenanoden erleiden diese chemischeAngriffe. Die Stromausbeute nimmt in dem Maße, als Alkaligebildet wird, ab, der Vorgang muß unterbrochen werden, wennnoch die Lauge viel unzersetztes Alkalichlorid enthält. Diesesscheidet sich jedoch beim Konzentrieren der Ätzalkalilaugen inden Vakuumverdampfern leicht ab, weil es in starker Hydrat-lauge unlöslich ist. Das beim Diaphragmaprozesse entstehendeChlor enthält stets einige Prozente Kohlensäure, was bei derChlorkalkfabrikation störend wirken würde.
Bei dem Quecksilberverfahren dient das Quecksilber als Kathode,es nimmt das Natrium als Amalgam auf und gibt es an eineranderen Stelle wieder ab, und zwar an Wasser als Alkalihydrat..Die in der Nebenzelle entstehende Ätzlauge ist daher auch völligchlorfrei und liefert beim Kalzinieren ein sehr reines Produkt.Die Elektrolyse liefert mithin hier direkt recht konzentrierteAlkalilaugen und ist, weil ein Diaphragma fehlt, bei einerniedrigen Betriebsspannung durchführbar, wodurch eine guteStromausnützung möglich wird. Doch verursachen die großenQuecksilbermengen hohe Anschaffungskosten.
Bei dem Glockenverfahren sind die störenden Nebenreaktionen,die durch die Rückwanderung der Hydroxylionen an der Anodebewirkt werden, durch die horizontale Lage der Anode ver-mieden, weil sich unter ihr eine neutral wirkende Flüssigkeits-schichte bildet, die bei der Elektrolyse den gleichen Effekt wieein Diaphragma hervorbringt.
Das Schmelzflußverfahren ist für die Gewinnung von Chlorund Alkali von untergeordneter Bedeutung; es hat nur dortgrößere praktische Wichtigkeit, wo durch Naturkräfte erzeugteElektrizität ungemein billig zu haben ist.
Chlor läßt sich durch Druck und Abkühlung leicht ver-flüssigen und wird in Stahlflaschen, neuerdings sogar in Kessel-wagen versendet. Es dient als Bleichmittel, zu Oxydationszwecken,zur Darstellung von Chlorkalk usf.
Chlorkalk wird durch Überleiten von Chlor über staub-trockenen, gesiebten Ätzkalk dargestellt; es findet folgenderVorgang statt:
CaO + CL = CaOCL
Atzkalk
Chlor
Chlorkalk.
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