II. Die Metalle.
Die Kunst, Metalle aus den Erzen abzuscheiden, ist ver-hältnismäßig schon sehr alt, allerdings finden wir ihre Spurenerst lange nach den ersten Anzeichen, die auf die Existenz desMenschen überhaupt hinweisen. Die wenigen Werkzeuge undWaffen, deren sich der primitive Mensch bediente, waren ausStein verfertigt und Beile, Hämmer, Pfeil- und Lanzenspitzen,einseitig zugeschärfte Steinstücke, die als Messer dienten, sindcharakteristische, häufig sich wiederholende Funde, die der Kultur-epoche, aus der sie stammen, den Namen „Steinzeit" verliehen.
Erst viel später wurde der Mensch mit den Metallen bekanntund lernte sie darstellen, formen und verwenden. Die Erklärungfür diese Tatsache ist nicht schwer zu geben. Nur wenige Metallekommen gediegen in der Natur vor, die meisten, und daruntergerade die technisch wichtigen, sind nur als Erze, in Formchemischer Verbindungen vorhanden, aus denen erst durch be-sondere Operationen das Metall selbst abgeschieden werden muß.
Dieser Umstand macht es auch begreiflich, daß das ersteMetall, welches man gewinnen und verwerten lernte, nicht dasEisen, sondern das Kupfer war. Dieses kommt einerseits, wennauch verhältnismäßig selten, schon gediegen in der Natur vor,andererseits besitzen die Kupfererze die Eigenschaft, verhältnis-mäßig leicht die Abscheidung des in ihnen verborgenen Metallesz u gestatten. Das Kupfer selbst war seiner Weichheit und geringenWiderstandsfähigkeit wegen nicht sonderlich geeignet, zur An-fertigung von Werkzeugen und Waffen zu dienen, wenn es sichauch weitaus leichter formen und bearbeiten ließ als der sprödeFeuerstein. Neben dem Kupfer standen Steinwerkzeuge daherloch lange in Verwendung, ja es mochte nicht einmal die ausKnochen und Fischgräten verfertigten Werkzeuge jener Zeit,wie Nadeln u. dgl., zu verdrängen.
Erst als man gelernt hatte, dem Kupfer durch Legierung1T >it Zinn eine größere Härte zu verleihen, gelangte dieses Metallallgemein zur Herrschaft. Die Bronze, wie die sehr harte, aberdoch leicht herzustellende und formbare Legierung genannt wird,Wurde nun zu den verschiedensten Zwecken verwendet. Manverfertigte daraus Werkzeuge und Waffen, Gefäße, Schmuck-gegenstände und ähnliche Dinge, und die „Bronzezeit" zeigt uns,besonders in ihren späteren Abschnitten, das Bild einer ver-
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