■■HB^H
auf
Chlorverbindungen.
I
-------------------------1
einer zur Darstellung des Chlores geeigneten Form und wirdnun wieder in die Chlorentwicklungsgefäße gebracht.
Die Darstellung des Chlors beruht auf der Oxydation desWasserstoffes der Salzsäure. Dies besorgt der Sauerstoff desMangandioxyds, das, da es mit Hilfe des Luftsauerstoffes rege-neriert werden kann, nur die Rolle eines Sauerstoffüberträgersspielt. Man hat jedoch auch mit Erfolg versucht, den Luft-sauerstoff direkt zur Oxydation zu verwenden, dies geschiehtnach dem Verfahren von Deacon und Hurter.
Deacons Verfahren beruht auf dem eigentümlichen Verhaltendes Kupferchlorids; wird es erhitzt, so spaltet es Chlor ab undgeht in Kupferchlorür über. Befeuchtet man das Kupferchlorürdann mit Salzsäure, so geht es bei Gegenwart von Luft und beihöherer Temperatur wieder in Chlorid über. In der Praxis wirddieses Verfahren in der Weise ausgeführt, daß über erhitzte Ton-kugeln, die mit Kupferchlorid getränkt sind, ein Gemisch ausSalzsäuredampf und Luft geleitet wird. Es entsteht Chlorgas,gleichzeitig wird das Kupferchlorür immer wieder regeneriert.
Die Gewinnung von Chlor durch Elekrolyse kann nach zweiVerfahren geschehen, entweder wird Salzsäure der Elektrolyseunterworfen oder wässerige Lösungen von Chloriden, bzw. ge-schmolzene Chloralkalien, wobei dann gleichzeitig auch Alkaliengewonnen werden. Aus Salzsäure erhält man durch Elektrolysenur dann reines Chlor, wenn die Lösung mehr als 23% Salzsäureenthält, sonst entsteht nebenbei Sauerstoff. Die besten Resultateliefert jedoch eine mit Schwefelsäure versetzte konzentrierteKochsalzlösung, die ein sehr geringes Lösungsvermögen für Chlorbesitzt und schon bei geringer Stromdichte zerlegt wird.
Die Verfahren zur Chlordarstellung neben Alkaliengewinnungsind zahlreich. Nach Gmther (Dammers ehem. Techn. d. Neuzeit)lassen sie sich in das Diaphragmaverfahren, das Quecksilber-verfahren, das Glockenverfahren und das Schmelzflußverfahreneinteilen. Geuther charakterisiert dieses Verfahren folgendermaßen:
Diaphragmaverfahren. Wird eine Lösung von Chlornatriumoder Chlorkalium elektrolysiert, so werden zu Beginn der Elektro-lyse nur Natrium- und Chlorionen vorhanden sein. Die Chlorionenstreben der Anode zu, werden dort entbunden und das Chlortritt frei aus dem Elektrolyten aus. Die Natriumionen bewirkenan der^Kathode eine Wasserzersetzung und streben in dem Maße,als sie sich anhäufen, als Hydroxylionen zurück zur Anode, wosie zu Nebenreaktionen Anlaß geben. Diese Rückwanderung
— 301 —
-..■..