Druckschrift 
Repetitorium der Chemie : mit besonderer Berücksichtigung der für die Medizin wichtigen Verbindungen, sowie des "Arzneibuches für das Deutsche Reich" und anderer Pharmakopöen, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten
Entstehung
Seite
621
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Verbindungen der Alkaloidgruppe.

621

Oszin): C 17 H 21 N0 4 = C 9 H 8 0 ? + C 8 H i3 N0 2 ; es läßt sich in i-Sko-polamin (Atroszin) überführen.

*Scopolaminum hydrobromicum, C| 7 H 2 ,N0 4 'HBr, bildetin W. leiehtl. Krist., bei 180° schmelzend.

1-Kokain, C 17 H 21 N0 4 , Methylbenzoylekgonin (StrukturS. 620), in den südamerikanischen Kokablättern, bildet bei 98°schm. Prismen, lokale Anästhesie erzeugend; es zerfällt beimKochen mit Basen in Methylalkohol, Benzoesäure u. 1-Ekgonin,C 9 H 15 N0 3 (Tropinkarbonsäure); umgekehrt kann es aus denletzteren Bestandteilen aufgebaut werden, was von Bedeutung ist,da 1-Ekgonin in großer Menge aus den amorphen Bückständender Kokainfabrikation leicht gewonnen werden kann.

"Cocainum hydrochloricum, C l7 H 2l N0 4 'HCl, bildet bei183° schm., in W. u. Wg. leiehtl. Prismen; das Gemisch mitgleichviel Merkurochlorid schwärzt sich beim Befeuchten mit Wg.

Tropakokain, C, 5 H, 9 NO,, Benzoylpseudotropin, in denjavanischen Kokablättern, ist weniger giftig wie Kokain.

6. Alkaloide unbekannter Konstitution.

Akonitin, C 34 H 47 NO u , neben Pikroakonitin, C 34 H 46 NO 10 , imKraute u. den *Knollen von Aconitum Napellus, in geringerMenge auch in anderen Akonitumarten, zerfällt beim Kochen mitH 2 0 teilweise in Essigsäure u. Pikroakonitin, teilweise weiterin Essigsäure, Benzoesäure u. Akonin, C 25 H 41 N0 9 .

Deutsches Akonitin des Handels, ein Gemenge von Akonitinu. Pikroakonitin, gibt, mit dicker Phosphorsäure erwärmt, intensivviolette Lös. (diese Reaktion zeigt auch Delphinin u. Digitalin).

Aus anderen Akonitumarten erhaltene Akonitine, welche inden physiologischen u. ehem. Reaktionen etwas sich von den vor-erwähnten versch. verhalten, sind das Pseudo-, Jap-, Ind- u.Bikhaakonitin; auch diese sind Derivate des Akonins (s. oben).

Achilletin, C u H, 7 ^N0 4 , entsteht aus dem in Achillea millefoliumenthaltenen Glykoalkaloide Achillein, C 20 H 38 N s O 16 , welches durchSäuren in Glukose, Achilletin, Ammoniak u. arom. Stoffe zerfällt.

Emetin, C, 5 H 22 N0 2 , in der Brechwurzel, *Radix Ipecacuanhae.

Ergotinin, C 36 H 39 N B 0 5 , im Mutterkorn, *Secale cornutum, nebenErgotoxin, C 35 H 41 N 6 0 6 (Hydroergotin) u. Klavin, C,,H 22 N 4 0 4 ,welches die Uteruskontraktionen des Mutterkorns bewirkt.

Eserin,C 15 H 2 ,N 3 0 2 ,Physostigmin neben Es eridin,C 16 H 23 N 3 0 8 ,in den Kalabarbohnen enthalten, spaltet leicht ab Eserolin,C 13 H 8 N 2 0, u. Kubreserin, C 13 H I6 N 2 0 2 . Seine Lös. färben sichbald rötlich; in warmer Ammoniakflüss. löst es sich gelbrot u.hinterläßt dann beim Abdampfen einen blauen oder blaugrünenRückstand, in Wg. blau, in wenig Schwefelsäure grün löslich.

*Phy so stigminumsalicylicum,(C 15 H 81 N 3 0 2 )C 7 H 6 0 8 , bildetin W. schwerl. Krist.; leiehtl. in W. ist

*Physostigminum sulfuricum, (C 16 H 2 ,N 3 0 2 ) 2 HjS0 4 .

Eseridin, C 15 H 23 N 3 0 3 , ebenfalls in den Kalabarbohnen enthalten.

Jen/in, C 26 H S7 N0 3 , ferner Pseudojervin ; C 29 H 43 'N0 7 , u.