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Repetitorium der Chemie : mit besonderer Berücksichtigung der für die Medizin wichtigen Verbindungen, sowie des "Arzneibuches für das Deutsche Reich" und anderer Pharmakopöen, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten
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Heterokarbozyklisehe Verbindungen.

Rubijervin, C t6 H 43 N0 2 + H 2 0, finden sich nebeneinanderim *Rhizoma Veratri, dessen giftiges Alkaloid das

Protoveratrin, C 32 H 61 NO u , ist, welches mit konz. Schwefelsäuregrün, dann blau u. violett wird.

Kolchizin, C 22 H 25 N0 6 , findet sich in der Herbstzeitlose, nament-lich in den Samen ('Semen Colchici), bildet eine amorphe,gelbliche Masse, welche durch konz. Schwefelsäure gelb, durchkonz. Salpetersäure violett gelöst wird. Es spaltet sich unterH,0-Aufnahme leicht in Kolchizei'n, C 21 H 23 N0 6 , u. Methylalkohol.

Sinapin, C, 6 H 23 N0 6 , als Sulfozyanat im schwarzen Senfsamen(*Semen Sinapis) neben Sinigrin (S. 491) enthalten, als das Glyko-alkaloid im weißen Senfsamen, es zerfällt durch Alkalien in Cholin(S. 419) u. Sinapinsäure (S. 560).

Soianidin, C 40 H 6 ,NO 2 , ist in dem Glykoalkaloide Solanin,C 52 H 9S N0 18 , der Kartoffelpflanze enthalten (S. 491).

Veratrin, C S7 H M NO„, u. Zevadillin, C 34 H 63 N0 8 , beide amorph,finden sich nebst den krist. Alkaloiden.

Zevadin, C 32 H 49 N0 9 , Sabadinin, C 27 H 45 N0 8 , u. Sabadin,C 29 H 5l N0 8 , in den Sabadillsamen. *Veratrin der Apotheken istein Gemenge von Veratrin u. Zevadillin.

Lobelin, C 18 H S aNOj, ist in den *Herba Lobeliao enthalten.

Yohimbin, C 22 H 30 N 2 O 4 , in der Johimbeherinde, findet als An-hydroyohimbinhydrochlorid, C 22 H 28 N,0 S 'HC1, med. Anw.

Verbindungen der Eiweißstoffgruppe.

Eiweißstoffe oder Proteinstoffe (verwirrenderweiseauch Albuminstoffe) nennt man eine Anzahl in allenPflanzen u. Tieren vorkommender Verb, von kolloidemCharakter, welche nach ihrem ehem. u. physiologischen Ver-halten zusammengehören u. eine annähernd gleiche Zusammen-setzung aus den Elementen C, H, 0, N, S haben.

Den Namen Protei'nstofFe (noßrog, der Erste) erhieltensie wegen ihrer Bedeutung für den Aufbau der Lebewesen.

Alle Eiweißstoffe spalten bei ehem. Eingriffen dieselbenAminosäuren ab, jedoch in versch. Verhältnis, ferner stehendie bei der Eiweißverdauung auftretenden, eiweißähnlichenSpaltprodukte, die Peptone, den durch Verkettung vonAminosäuren synth. erhaltenen hochmolekularen Polypep-tiden (S. 408) ehem. so nahe, daß man die Eiweiß-stoffe als komplizierte Kondensationsprodukte vonAminosäuren betrachten kann.

Ihre Zusammensetzung schwankt innerhalb ziemlich engerGrenzen u. beträgt im Durchschnitt in 100 T. Kohlenstoff 52 T.,Wasserstoff 1 T., Stickstoff 16 T., Sauerstoff 23 T., Schwefel 2 T.,ferner enthalten sie, wahrscheinlich als untrennbaren Bestandteil,