Verbindungen mit der Diazogruppe.
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Verbindungen von den Kohlenwasserstoffenmit der Diazo- u. Isodiazogruppe sich ableitend.
Diazoverb. (Diazoniumsalze, s. unten) enthalten die auseinem drei- u. einem fünfwertigen N-Atom gebildete, daherzweiwertige Gruppe =N^N, die nur mit ihrer einen Wertigkeitan das C-Atom eines zykl. Radikals, mit der anderen Wertig-keit aber an einen anorg. Säurerest, z. B. an ~C1, ~NO g ,~HS0 V gebunden ist.
Man kann die Diazoverb. auch als Salze des sehr un-beständigen Diazobenzolhydroxyds, (HO)(C 6 H 6 ) = N s N, be-trachten; sie heißen daher auch Diazosalze oder Diazo-niumsalze, da ihre Struktur u. manche ihrer Eigenschaftenähnlich denen der Ammoniumsalze ist, die sich von demhypothetischen Ammoniumhydroxyd (HO)(H)=N s (H 3 ) ableiten.
Darst. Während die primären aliph. Amine bei derEinw. von salpetriger Säure stets ihre ~NH 2 -Gruppe gegeneine Hydroxylgruppe austauschen, also Alkohole bilden,gelingt es bei den Salzen der primären zykl. Amine,als Zwischenprodukte die Diazoverb. zu gewinnen, wennman die salpetrige Säure (oder KN0 2 + Säure) bei starkerAbkühlung einwirken läßt (sog. Diazotierung); andernfallsaber entstehen auch sofort HO-Verb., nämlich Phenole;z. B. C 6 H 5 -NH 2 (HC1) + HNO, = 2H 2 0 + (C 6 H 5 )(CirN £ N(Diazobenzolchlorid; C 6 H 5 -NH 2 (HC1) + HN0 3 = B 2 0 + HCl+ 2N + C e H 5 -OH (Benzophenol).
Läßt man salpetrige Säure auf die freien zykl. Amine(also bei Abwesenheit einer anderen Säure) einwirken, soentstehen die Diazoamidoverb. (s. S. 582).
Eigenseh. Sie sind kristallin., meist farblos, lösl. inWg., unl. in A., u. explodieren meistens durch Schlag oderErhitzen, während ihre wäss. Lös. beständig ist.
Sie gehören zu den reaktionsfähigsten org. Verb, undfinden daher ausgebreitete Anw. zu Synthesen u. zur Her-stellung der Azofarbstoffe (S. 579), wozu sie aus ihren Lös.nicht isoliert zu werden brauchen.
Reduziert geben sie Hydrazine, z. B. (C 6 H 5 )(C1)=N=N + 4H =(C 6 H 6 )HN = NH 2 + HCl, oxydiert geben sie Nitrosobenzole, z.B.C,H 6 -NO, oder Nitrosamine, z.B. C 6 H,fN(NO)(CH 3 ), oder Di-azobenzolsäuren, z.B. C 6 H 5 N~NO'OH.
Ihre Reaktionsfähigkeit beruht einerseits auf der Fähig-