Druckschrift 
Repetitorium der Chemie : mit besonderer Berücksichtigung der für die Medizin wichtigen Verbindungen, sowie des "Arzneibuches für das Deutsche Reich" und anderer Pharmakopöen, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten
Entstehung
Seite
314
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

^^SBBHBWB

314

Metalle und deren Verbindungen.

man S^jveißschjnjjscleeiajyi. Roheisen wird in offenen Herden(FrischprozeTff oderTn^Tammenöfen unter Umrühren (to puddle,daher Puddelprozeß) geschmolzen u. einem Luftstrom ausgesetzt;hierbei verbrennt fast aller C zu C0 2 ; P, S, Si verbrennen gleich-falls zu Oxyden, u. auch die Oberfläche des geschmolzenen Eisenswird oxydiert; das entstandene Siliziumdioxyd vereinigt sich mitdem gebildeten Perrioxyd zu einer Schlacke.

Die nun aus schwerflüssigen Körnern von Schmiedeeisen u.Schlacke bestehende Masse (die Luppe) wird glühend gehämmertoder gewalzt, wodurch die Schlacke ausgepreßt wird.

3. Durch Elektrolyse direkt aus den Eisenerzen (s. S. 310).

Darst. des Stahls. 1. Durch Wind frischen erhältman Flußstahl (Bessemerstahl), indem man das Ge-bläse abstellt, sobald die Flamme am mächtigsten gewordenist (schwed. Verfahren), oder indem man Schmiedeeisenmit der entspr. Menge Roheisen versetzt (Mischstahl) u.die Luft noch einen Augenblick zum Verschmelzen derMischung durchgehen läßt (engl. Verfahren).

2. Durch Kohlung erhält man Schweißstahl. Stäbe vonSchmiedeeisen werden, in Kohlenpulver eingehüllt, in verschlossenenTonkästen geglüht, wobei sich der C mit dem Eisen verbindet;dieser Kohlungs- oder Zementstahl enthält außen mehr C alsinnen u. wird daher umgeschmiedet (Gerbstahl) oder umge-schmolzen (Gußstahl).

3. Durch den Siemens-Martin-Prozeß, d. h. durch Zu-sammenschmelzen von Roh- u. Schmiedeeisen in besonders kon-struierten Ofen mit sehr hoher Temp., erhält man Flußstahl.

4. Durch Herdfrischen oder Puddeln, ähnlich wie beimDarstellen des Schmiedeeisens, jedoch durch weniger weitgehendeEntkohlung, erhält man Schweißstahl.

b. Verbindungen des zweiwertigen Eisens.

Ferrooxyd, FeO, erhält man als unbeständiges, schwarzesPulver, wenn man CO über erhitztes Ferrioxyd leitet.

Ferrohydroxyd, Fe(OH) 2 , fällt aus Ferrosalzlös. durchAlkalilauge als ein weißgrüner Niederschlag, der sich beiLuftzutritt langsam zu braunem Ferribydroxyd oxydiert.

Ferrosulfid, FeS, erhält man durch Erhitzen von Femit der entspr. Menge S als kristallin., bronzefarbene, wasser-unl. Masse; befeuchtet man ein inniges Gemenge von Fe + S,so findet die Vereinigung schon bei gew. Temp. statt; ausallen Eisensalzen fällt Ammoniumsulfid amorphes, schwarzesFerrosulfid; Ferrisalze werden dabei zuerst zu Ferrosalzenunter S-Abscheidung reduziert, z. B.